Nach Stier-Attacke

Cobra erschießt Stier – 30 Tiere abgenommen

Nach einer Stier-Attacke in Achenkirch flog eine Kontrolle auf dem Bauernhof offenbar schwere Missstände auf. Die Behörden griffen durch.
Michael Rauhofer-Redl
04.10.2026, 12:53
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Eine Woche nach einer folgenschweren Stier-Attacke in Achenkirch (Bezirk Schwaz) hat der Fall, von dem zunächst die "Krone" berichtete, eine neue Dimension erreicht. Bei einer Kontrolle des betroffenen Bauernhofs wurden 30 Nutztiere abgenommen. Auch mehrere verendete Tiere sollen auf dem Hof gefunden worden sein.

Anlass für die Kontrolle waren Hinweise auf eine massive Gefährdung des Tierwohls und gravierende Missstände bei der Haltung. Vertreter der Behörden, der Gemeinde und ein Tierarzt nahmen den Betrieb am Donnerstag genau unter die Lupe.

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Cobra erschießt aggressiven Stier

Auch jener ausgewachsene Stier, der eine Woche zuvor zwei Menschen attackiert hatte, befand sich noch auf dem Hof. Das Tier soll äußerst aggressiv gewesen sein und eine unmittelbare Gefahr für Einsatzkräfte und Bevölkerung dargestellt haben.

Schließlich rückte das Einsatzkommando Cobra an. Der Stier wurde hinter dem Bauernhof erschossen, wie der ORF Tirol berichtet.

68-Jährige mit Heli ins Spital

Das Tier hatte am Samstag zuvor den 44 Jahre alten Bauern angegriffen. Der Landwirt wollte den Stier von einer Kuhherde trennen, als dieser auf ihn losging, ihn niederstieß und zu Boden drückte.

Als seine 68-jährige Cousine helfen wollte, wurde auch sie vom Stier attackiert. Die Frau musste nach der Erstversorgung mit dem Notarzthubschrauber ins Krankenhaus Kufstein geflogen werden. Der Bauer lehnte eine weitere medizinische Behandlung ab.

Der Landwirt hatte nach dem Vorfall angegeben, dass ein Zaun in der Nacht aus unbekannter Ursache umgelegt worden sei. Dadurch sei der Stier entkommen.

Streit um Weidezaun

Rund um die Tierhaltung auf dem Hof dürfte es allerdings schon länger Probleme gegeben haben. Zwischen dem Bauern und der Gemeinde soll seit Jahren ein Streit um den Weidezaun bestehen. Zur Gemeindestraße hin soll dieser lediglich durch ein Band gesichert gewesen sein.

Der Bürgermeister sah darin eine Gefahr. Auch verhängte Strafen sollen keine Änderung gebracht haben.

Die Landwirtschaftskammer Tirol bezeichnete die nun festgestellten Zustände als "nicht akzeptabel". Der Fall müsse klar aufgearbeitet werden. Gleichzeitig dürfe daraus nicht auf die Tiroler Landwirtschaft insgesamt geschlossen werden.

mrr,04.10.2026, 12:53
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