Was "nach" der Kunstfigur kam

Conchita unter Druck - Tom über seinen Befreiungsschlag

Immer perfekt sein, immer "Rise Like a Phoenix": Im "Heute"-Talk erzählt Tom Neuwirth, was sein Abschied aus der ESC-Welt verändert hat.
06.11.2026, 21:26
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Conchita im Abendkleid, dazu "Rise Like a Phoenix": Tom Neuwirth weiß, welches Bild viele Menschen von seiner fulminanten Kunstfigur haben. Mit ihr gewann er 2014 den Eurovision Song Contest. Doch selbst wollte er künstlerisch längst weiter. Im "Heute"-Talk erzählt er jetzt, warum er dafür erst einmal eine Tür schließen musste.

"Ich habe auch verstanden, dass die Conchita im Song-Contest-Kontext, die soll sich nicht weiterentwickeln. Das will niemand", sagt Neuwirth ehrlich. So empfindet er die Erwartungen an jene Figur, mit der er damals berühmt wurde. "Sie ist sie und sie bleibt sie." Und das ist für ihn vollkommen in Ordnung – nur wollte er selbst das enge, selbst geschneiderte Korsett ablegen und die Flügel ausbreiten.

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Mit seinem Rückzug aus dem Eurovision-Kontext wollte er diesen selbst aufgebauten Druck loslassen. Für sich die "Eurovision-Tür" zu schließen, hat seinen Blick auf andere Möglichkeiten gelenkt. Und davon profitiert ausgerechnet Conchita: Der Schritt hat ihm "wieder extrem viel Lust bereitet, Conchita Wurst zu sein".

Die Figur hat also weiter ihren Platz in seinem Leben. Dazu kommen Rollen, in denen er sich von einer anderen Seite zeigen kann. Als Luziwuzi im Wiener Rabenhoftheater begeisterte er das Publikum, es folgte eine Filmrolle im aktuellen Kinofilm "Die Blutgräfin". Und Anfang des kommenden Jahres, von 27. Jänner bis 7. Februar 2027, steht er als Todesengel in "Romeo & Julia – Liebe ist alles" im Wiener MuseumsQuartier auf der Bühne.

Der Todesengel wird "sassy"

Die Rolle kennt Neuwirth bereits aus Berlin. Beim ersten Mal sei er noch extrem konzentriert und nervös gewesen. Inzwischen geht er mit mehr Sicherheit auf die Bühne – und das merkt man offenbar auch seiner Figur an: "Jetzt habe ich schon gemerkt, dass der Todesengel ein bisschen sassy ist. Er hat ein anderes Selbstbewusstsein."

Über die anstrengenden Zeiten auf seinem Weg dorthin wo er heute ist, spricht Neuwirth offen. Sie gehören für ihn dazu, auch wenn er erst im Rückblick erkennt, was sich dadurch verändert hat. Heute muss er sich selbst weniger infrage stellen: "Ich bin mir so nahe wie noch nie zuvor und ich fühle mich so sicher in mir wie noch nie zuvor."

em, 06.11.2026, 21:26