Wer beim Frühstück zur goldbraunen Mehlspeise greift, achtet oft auf die Form: Gerade Croissants gelten als besonders hochwertig, gebogene sollen mit Margarine gebacken sein. Stimmt das? Jene, die es wissen müssen - Frankreichs und Österreichs Bäcker - liefern dazu eine klare Antwort.
In Frankreich - und auch darüber hinaus - kursiert seit Jahren die Annahme, dass die Form eines Croissants Rückschlüsse auf seine Zutaten zulässt. Demnach soll das klassische "Croissant au beurre" mit Butter gebacken und meist gerade geformt sein. Die halbmondförmige Variante, das "Croissant ordinaire", hingegen mit Margarine oder Mischfett.
Der Grund: Geschmack und Konsistenz lassen sich von außen nicht erkennen – die Form soll deshalb als Orientierung dienen.
Ganz so einfach ist es allerdings nicht. Die französische Bäckervereinigung Confédération Nationale de la Boulangerie-Pâtisserie Française (CNBPF) stellt klar: Es gibt keine verbindliche Vorschrift, die die Form eines Croissants an die verwendeten Zutaten koppelt. Entscheidend ist vielmehr die Bezeichnung. Ein "Croissant au beurre" darf nur dann so heißen, wenn tatsächlich ausschließlich Butter verwendet wurde. Ob das Gebäck gerade oder gebogen ist, ist hingegen nicht geregelt.
Und wie sieht die Lage hierzulande aus? Der österreichische Bundesverband der Bäcker bestätigt gegenüber "Heute": "Eine allgemeingültige Unterscheidung zwischen geraden und halbmondförmigen Croissants gibt es im heimischen Bäckerhandwerk nicht. Jede Bäckerei entscheidet selbst, welche Form sie verwendet." Doch auch in Österreich gilt: Ein "Buttercroissant" darf auch in Österreich nur dann so genannt werden, wenn ausschließlich Butter verarbeitet wurde.