Sie wächst auf der Fensterbank, landet auf dem Butterbrot oder verfeinert Salate und Suppen. Kresse zählt zu den beliebtesten Küchenkräutern – und gilt seit Jahren als echter Nährstoff-Star. Doch steckt in den zarten Keimlingen tatsächlich so viel Gesundheit, wie ihnen nachgesagt wird? Ein Blick auf die Inhaltsstoffe zeigt: Das unscheinbare Grün hat überraschend viel zu bieten.
Kresse gehört zur Familie der Kreuzblütengewächse und zeichnet sich durch ihren würzig-scharfen Geschmack aus. Meist ist damit die klassische Gartenkresse gemeint, die sich innerhalb weniger Tage sogar auf der eigenen Fensterbank ziehen lässt. Daneben gibt es aber auch Brunnenkresse, Kapuzinerkresse oder Brokkolikresse – jede mit ihrem eigenen Aroma und besonderen Eigenschaften.
Vor allem die Gartenkresse überzeugt mit ihrer Kombination aus Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen: Sie ist kalorienarm, lässt sich vielseitig einsetzen und eignet sich hervorragend als frische Ergänzung einer ausgewogenen Ernährung.
Auch wenn die Blätter klein sind, liefern sie eine beachtliche Menge wertvoller Nährstoffe. Besonders reich ist Kresse an Vitamin C, das das Immunsystem unterstützt und die Körperzellen vor oxidativem Stress schützt. Hinzu kommt Vitamin K, das für die Blutgerinnung sowie gesunde Knochen wichtig ist. Außerdem enthält das Küchenkraut Folsäure, Beta-Carotin als Vorstufe von Vitamin A sowie Mineralstoffe wie Kalium, Kalzium und Eisen. Gemeinsam unterstützen sie unter anderem Muskeln, Knochen, Energiestoffwechsel und Sauerstofftransport im Körper.
Für die charakteristische Schärfe sind sogenannte Senföle verantwortlich. Diese entstehen erst, wenn die Blätter geschnitten oder gekaut werden. Sie dienen der Pflanze als natürlicher Schutz vor Schädlingen, könnten aber auch für den Menschen gesundheitliche Vorteile bringen.
Studien deuten darauf hin, dass Senföle antioxidative, entzündungshemmende und antimikrobielle Eigenschaften besitzen. Dadurch könnten sie freie Radikale unschädlich machen, Entzündungsprozesse positiv beeinflussen und sogar das Wachstum bestimmter Bakterien oder Pilze hemmen.
Die wertvollen Inhaltsstoffe machen Kresse zu einem echten Allrounder. Antioxidantien und Vitamine können die körpereigenen Abwehrkräfte unterstützen, während Kalium und weitere Pflanzenstoffe zur normalen Herz-Kreislauf-Funktion beitragen können. Auch die Verdauung profitiert: Ballaststoffe regen die Darmtätigkeit an, während den Senfölen eine positive Wirkung auf das natürliche Gleichgewicht der Darmflora zugeschrieben wird. Insgesamt gilt Kresse deshalb als sinnvolle Ergänzung eines abwechslungsreichen Speiseplans.
Für gesunde Menschen gilt Kresse als gut verträglich und kann regelmäßig auf dem Speiseplan stehen. Eine Ausnahme gibt es jedoch: Da sie vergleichsweise viel Vitamin K enthält, sollten Menschen, die blutverdünnende Medikamente einnehmen, ihren Verzehr mit dem behandelnden Arzt abstimmen.