Ob zum Schnitzel, auf der Wurstsemmel oder zum Leberkäs: Senf gehört in Österreich einfach dazu. Doch wie wirkt sich der tägliche Konsum auf unsere Gesundheit aus?
Die Antwort ist überraschend positiv, denn Senf enthält sogenannte Senfölglykoside, die viele gesundheitliche Vorteile bieten.
Wie utopia.de berichtet, regen die Senfölglykoside den Appetit an, fördern die Verdauung und machen fettiges Essen bekömmlicher. Zusätzlich wirken die Senföle entzündungshemmend und stärken das Immunsystem.
Besonders interessant: Eine Studie aus dem Jahr 2016 weist auf diverse potenzielle Eigenschaften von Sinigrin hin – dem wichtigsten Senfölglykosid in braunem und schwarzem Senf. Dazu zählen eine mögliche Antikrebswirkung, antibakterielle und antioxidative Eigenschaften sowie die Förderung der Wundheilung.
Freiburger Forschende entdeckten zudem, dass Senföle die Zellen vor Vorgängen schützen können, die für die Entstehung von Krebs entscheidend sind.
Trotz der vielen Vorteile gibt es auch Schattenseiten. Senf enthält die Fettsäure Erucasäure, die in großen Mengen das Herz belasten kann. Das deutsche Landesamt für Verbraucherschutz Sachsen-Anhalt fand 2024 in einigen Proben bereits bei einer Portion mehr als die Hälfte der tolerierbaren Tagesmenge.
Zudem kann sich während der Herstellung Bisphenol F bilden – ein Stoff mit vermutlich hormonähnlicher Wirkung. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hält ein gesundheitliches Risiko dadurch aber für unwahrscheinlich.
Wer Senf gut verträgt, darf ihn laut Experten ruhig täglich essen. Am besten greifst du zu Sorten mit wenig Zucker und hohem Anteil an Senfsaat. Wichtig: Senf sollte kalt verzehrt werden, denn Hitze zerstört die wertvollen Senföle größtenteils.
Bio-Senf ist besonders empfehlenswert, denn konventionelle Produkte können Pestizidrückstände enthalten. Allergiker sollten vorsichtig sein: Senf gehört zu den Stoffen, die starke allergische Reaktionen auslösen können.