Pop-ups wollen dein Geld

Dein PC ist infiziert – Virenwarnung führt in Falle

Eine Virenwarnung auf dem Bildschirm sorgt schnell für Panik. Doch genau darauf setzen Betrüger mit sogenannter Scareware.
Digital  Heute
17.09.2026, 18:47
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Dein Browser zeigt eine Warnung an: Das Gerät sei infiziert, persönliche Daten könnten gestohlen werden oder Dateien seien in Gefahr. Gleichzeitig sollst du schnell handeln. Genau dieses Szenario nutzen laut Panda Security Cyberkriminelle beim "Fake-Antivirus-Betrug". Die Masche wird auch als Scareware bezeichnet. Dabei soll nicht unbedingt eine technische Sicherheitslücke ausgenutzt werden. Stattdessen setzen die Täter auf Angst und Zeitdruck. Das Opfer soll eine Software installieren, Geld bezahlen oder sensible Daten eingeben.

Die gefälschten Warnungen können auf unterschiedlichste Weise auftauchen. Dazu gehören aggressive Pop-ups auf Webseiten, manipulierte Werbeanzeigen, gesponserte Links oder vermeintliche E-Mails zur Verlängerung eines Sicherheits-Abos. Auch Downloads aus unsicheren Quellen können mit solchen Programmen verbunden sein. Besonders perfide ist, dass Fake-Antivirus-Programme häufig wie echte Sicherheitssoftware aussehen. Vertraute Logos, ähnliche Namen und professionell wirkende Oberflächen sollen Vertrauen schaffen.

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Betrüger kopieren bekannte Marken

Eine Meldung kann beispielsweise behaupten, dass bereits zahlreiche Viren gefunden wurden oder ein bestehendes Sicherheitsabonnement abläuft. Anschließend folgt eine Aufforderung, eine Software herunterzuladen, eine Telefonnummer anzurufen oder Zahlungsdaten einzugeben. Manchmal verlangen die Betrüger sogar, vorhandene Schutzfunktionen abzuschalten. Genau hier sollte die Alarmglocke läuten. Ein wichtiger Hinweis auf einen Betrugsversuch ist die Quelle der Warnung.

Eine Website kann nicht einen vollständigen Virenscan deines Computers durchführen und dir eine Liste gefundener Schadprogramme präsentieren. Wenn eine Sicherheitswarnung völlig unerwartet in einem Browser-Fenster erscheint, solltest du deshalb nicht auf die darin angezeigten Schaltflächen klicken. Besonders verdächtig wird es, wenn die Meldung gleichzeitig mit einem Countdown oder einer Warnung arbeitet. Auch unbekannte oder leicht veränderte Markennamen, Rechtschreibfehler und Zahlungsforderungen sind Hinweise.

Was du bei einer solchen Warnung tun solltest

Hervé Lambert, Global Consumer Operations Manager bei Panda Security, erklärt die Masche so: "Fake-Antivirus-Betrug nutzt Angst und Dringlichkeit aus. Wenn Nutzer glauben, dass ihre Dateien, ihr Geld oder ihre persönlichen Daten unmittelbar gefährdet sind, klicken sie eher, ohne die Quelle zu prüfen. Die sicherste Reaktion ist, innezuhalten, nicht mit dem Pop-up zu interagieren, den Anbieter über die offizielle Website oder App zu verifizieren und einen vertrauenswürdigen Sicherheitsschutz aktiv zu halten."

Der wichtigste Schritt ist einfach: Nicht auf die Warnung reagieren. Stattdessen sollte der betroffene Tab beziehungsweise der Browser geschlossen werden. Entscheidend ist, keine Software über den Link aus dem Pop-up herunterzuladen und keine dort verlangten Daten einzugeben. Wenn bereits ein verdächtiges Programm installiert wurde, sollte die Internetverbindung zunächst getrennt werden. Danach kann die unbekannte Software über die offiziellen Deinstallationsfunktionen des Geräts entfernt werden.

Anschließend empfiehlt sich ein vollständiger Malware-Scan mit einer vertrauenswürdigen Sicherheitslösung. Auch der Browser sollte aktualisiert und gegebenenfalls zurückgesetzt werden. Noch dringlicher ist die Situation, wenn bereits Zahlungsdaten eingegeben wurden. In diesem Fall sollte sofort die Bank kontaktiert und eine möglicherweise unberechtigte Abbuchung gemeldet beziehungsweise angefochten werden. Die Kontobewegungen sollten danach besonders genau kontrolliert werden.

Wurden Passwörter eingegeben, sollten diese ebenfalls geändert werden. Für wichtige Konten empfiehlt sich zudem die Aktivierung der Zwei-Faktor-Authentifizierung. Verdächtige Anmeldeversuche oder unbekannte Aktivitäten sollten überprüft werden. Fake-Antivirus-Betrug braucht nicht ausgefeilte technische Tricks. Oft genügt eine überzeugend gestaltete Warnung, ein vertrauter Markenname und Zeitdruck. Wer nicht sofort klickt, sondern die Meldung über einen offiziellen Weg überprüft, nimmt den Betrügern einen entscheidenden Teil ihrer Masche.

red,17.09.2026, 18:47