Was früher nach billigem Spionage-Thriller klang, ist heute bitterer Alltag: Versteckte Kameras lauern längst nicht mehr nur in düsteren Zimmern dubioser Motels, sondern auch in scheinbar harmlosen Ferienwohnungen, schicken Airbnbs oder sogar in privaten Gästezimmern. Laut Panda Security boomt der Markt für Mini-Spionagekameras regelrecht – und mit ihm die Gefahr, unbemerkt gefilmt zu werden.
Milliardenumsätze, winzige Technik und skrupellose Neugierige: eine explosive Mischung, die Reisenden den Schlaf rauben kann. Denn diese Kameras sind wahre Tarnkünstler. Sie stecken in Rauchmeldern, Weckern, Ladegeräten oder sogar hinter Schraubenköpfen und Badezimmerspiegeln. Man sieht sie nicht, man hört sie kaum – und genau das macht sie so gefährlich.
Viele kennen diesen Moment: Man betritt das Zimmer, stellt den Koffer ab – und plötzlich fühlt sich alles ein wenig… falsch an. Ein Objekt steht seltsam platziert, ein Loch im Rauchmelder wirkt größer als nötig, eine Schraube sieht manipuliert aus, oder aber man fühlt sich einfach beobachtet. Laut Panda Security ist genau dieses Bauchgefühl oft der erste wichtige Alarm, soll aber nicht dazu führen, dass man sich überall verfolgt und beobachtet fühlt.
Wer bewusst hinsieht, entdeckt häufig kleine Unstimmigkeiten, die im Alltag untergehen würden. Gerade in Schlaf- oder Badezimmern sollte man besonders aufmerksam sein. Dort haben Kameras nichts verloren – und doch werden sie genau dort am häufigsten entdeckt.
Was viele nicht wissen: Das Smartphone ist nicht nur Urlaubsbegleiter, sondern auch Detektiv. Panda Security erklärt, dass Handy-Kameras Infrarotlichter sichtbar machen können, die das menschliche Auge nicht wahrnimmt. Wird das Licht gedimmt und die Kamera langsam durch den Raum bewegt, können plötzlich kleine, helle Punkte auftauchen – ein mögliches Zeichen für eine versteckte Linse. Auch die Taschenlampe kann zum Helfer werden. Glänzt plötzlich etwas verdächtig zurück, wo eigentlich nichts spiegeln sollte, ist Vorsicht geboten. Linsen verraten sich oft durch genau solche Reflexionen.
Nicht jede Kamera hängt offen sichtbar an der Wand – viele sind mit dem Internet verbunden. Panda Security rät deshalb, einen Blick ins WLAN zu werfen. Tauchen dort unbekannte Gerätenamen auf, die niemand zuordnen kann, sollten die Alarmglocken schrillen. Gleiches gilt für Bluetooth-Verbindungen, die plötzlich verfügbar sind, obwohl man sie nie eingerichtet hat. Für besonders Vorsichtige gibt es sogar spezielle Detektoren, die Funksignale oder Linsenreflexionen aufspüren. Sie sind kein Muss, können aber zusätzliche Sicherheit geben – vor allem für Vielreisende.
Manche Spionagekameras sind billig produziert – und genau das wird ihnen zum Verhängnis. Leises Summen, ein kaum hörbares Klicken oder ein periodisches Geräusch aus einer Steckdose oder einem Gerät können Hinweise sein. Panda Security betont: In einem ruhigen Raum hört man oft mehr, als man denkt. Wer ein verdächtiges Gerät findet, sollte laut Panda Security zuerst Beweise sichern. Fotos oder Videos sind wichtig. Danach sollte das Gerät abgedeckt oder – wenn möglich – vom Strom getrennt werden.
Der nächste Schritt führt zum Betreiber der Unterkunft oder direkt zur Polizei. In den meisten Ländern ist heimliches Filmen in privaten Räumen klar verboten und kein Kavaliersdelikt. Doch die Bedrohung endet nicht bei versteckten Kameras. Unsichere öffentliche WLANs, manipulierte Smart-TVs oder sogar infizierte Ladestationen können Reisenden ebenfalls zum Verhängnis werden. Panda Security warnt: Wer sein Handy oder Laptop sorglos verbindet, öffnet Cyberkriminellen Tür und Tor. "Privatsphäre endet nicht an der Zimmertür. Wer sich heute wirklich schützen will, muss sowohl seine Umgebung als auch seine vernetzten Geräte im Blick behalten", sagt Hervé Lambert, Global Consumer Operations Manager bei Panda Security.