Finanz-Vorsätze

Arbeitslos, 0 Cent mehr – das sind eure Geld-Ziele 2026

Ihr enthüllt eure Finanzziele für 2026: Sparen, wo es nur geht, bis shoppen, bis die Bankomatkarte glüht. In dieser Reddit-Diskussion ist alles dabei!
Rene Findenig
01.01.2026, 20:24
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Das Ende des Jahres liegt hinter uns, 2026 vor uns – und während viele noch überlegen, wie sie 2026 finanziell "vernünftig" starten, entfacht in der Reddit-Community r/Finanzen eine lebhafte, ehrliche und mitunter überraschend tiefgründige Debatte darüber, was Menschen wirklich mit (oder ohne) ihrem Geld im Jahr 2026 vorhaben. Der dort gestartete Thread "Was sind eure finanziellen Vorsätze für 2026?" wurde innerhalb weniger Tage von Dutzenden Kommentatoren mit persönlichen Plänen, witzigen Anekdoten und emotionalen Statements geflutet.

Was hier zum Vorschein kommt, ist ein Kaleidoskop aus Sparwut, Konsum-Detox, existenziellen Fragen und sogar Carpe-Diem-Philosophie. Viele Kommentatoren beginnen ganz klassisch: Mehr Geld behalten, mehr investieren, weniger dummes Zeug kaufen. Ein Nutzer drückt es mit einem Augenzwinkern aus: "Weniger Geld für Handyspiele ausgeben und weiter Vermögen aufbauen, wie die letzten Jahre … vielleicht weniger Pennystock-Aktien zocken." Viele Reddit-User wollen nicht nur sparen, sondern klüger mit Geld umgehen.

„Meine Arbeitslosigkeit hat mir den letzten Cent vom Sparkonto geraubt“

Ein anderer Teilnehmer legt den Fokus klar auf Einkommenssteigerung statt geizen: "Ich sehe das Einkommen, das ich 2025 gemacht habe und möchte 2026 mehr machen." Andere wollen sich nach harten Monaten erst einmal überhaupt einen Geldpolster anlegen: "Meine Arbeitslosigkeit hat mir den letzten Cent vom Sparkonto geraubt. Daher erstmal wieder Puffer aufbauen. Ein Urlaub ist aber hoffentlich drin." Schulden abbauen und einen Puffer für größere Lebensziele schaffen ist generell ein Thema, das sich durch die Vorsätze zieht.

Und dennoch findet sich unter den klassisch anmutenden Vorsätzen auch eine Portion anderer Wünsche: "Dafür stehen ein paar Neuanschaffungen an, … meine Brille ist jetzt 10 Jahre alt und vielleicht lasse ich ja doch die trüben Kulleräuglein lasern." In dem Reddit-Thread zeichnet sich auch ein überraschendes Muster ab: Konsum als bewusstes Lifestyle-Statement. Einige User berichten von regelrechtem Konsum-Detox, also dem bewussten Verzicht auf materielle Befriedigung, weil sie schlichtweg nicht mehr den Reiz spüren.

„Ich lebe hier und jetzt. Neulich wieder Beerdigung von einem Freund. 49 Jahre alt. Krebs. Bringt alles Nix. Carpe Diem“

"Konsum Reset / Detox. Ich erfreue mich kaum noch an neuen Sachen. Mein Berg an Kleidung wird immer größer", heißt es da in einem Vorsatz. Oder auch: "Leben bedeutet aber nicht konsumieren." Das klingt nicht nur nach minimalistischer Modeerscheinung, sondern nach einer fundamentalen Hinterfragung unserer Beziehung zu Konsum. Ein Kommentar, der besonders viele Upvotes erhielt, klingt da anders: "Ich lebe hier und jetzt. Neulich wieder Beerdigung von einem Freund. 49 Jahre alt. Krebs. Bringt alles Nix. Carpe Diem."

Nicht alle Vorsätze sind übrigens philosophisch. Einige Beiträge legen den Finger auf harte finanzielle Realitäten: Rücklagen, Immobilienkosten, Planung und Risiko. Ein Nutzer berichtet ausführlich über seine Situation mit Immobilien und Modernisierungskosten – und ermahnt andere, genug Cash-Reserven einzuplanen: "Jungs, macht Immobilien bitte nur wenn ihr genug Cash Reserven einkalkuliert. … Das war eher dumm." Die Antwort: "Erfrischend auch mal was negatives zu lesen, sonst hört man ja leider nur von denen mit rosaroter Brille."

„Hab mir dieses Jahr n Porsche neu gekauft und will mir 2027 nochmal nen Neuwagen holen“

"Hab mir dieses Jahr n Porsche neu gekauft und will mir 2027 nochmal nen Neuwagen holen. Für 2026 heißt das. Spare spare spare", ist da eher ein Ausnahmekommentar. Aber Reddit zeigt auch etwas Anderes: Während klassische Umfragen die Top-Ziele der breiten Bevölkerung darlegen – Schulden reduzieren, Sparbuch füllen, Notgroschen erhöhen – kommt in der Netz-Diskussion etwas anderes zum Vorschein, nämlich Finanzplanung als persönliches Statement, Lebensgefühl und zwischenmenschlicher Dialog.

Hier treffen nüchterne Investment-Träume auf Konsum-Detox-Haltungen, existentielle Denkanstöße und ganz reale Alltagsprobleme. Und es scheint, dass jüngere Generationen wie Gen Z und Millennials besonders stark auf Sparziele fokussiert sind und dabei oft Lifestyle-Entscheidungen treffen, die direkt mit Geld zusammenhängen – oder den bewussten Verzicht auf Konsum betreffen. Der Reddit-Thread ist da so etwas wie ein emotionaler, witziger, manchmal bitterer Spiegel unserer Gesellschaft.

{title && {title} } rfi, {title && {title} } 01.01.2026, 20:24
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