Österreichs Haushalte haben im vergangenen Jahr mit 29,5 Milliarden Euro so viel frisches Geld auf die Seite gelegt wie "noch nie zuvor". Das zeigt eine Analyse der Österreichischen Nationalbank. Laut den OeNB-Daten stiegen demnach die verfügbaren Einkommen um 7,8 Prozent auf 289,6 Milliarden Euro, während die Konsumausgaben nur um 4,3 Prozent zunahmen. Unterm Strich kamen wird damit auf eine Sparquote von 11,7 Prozent. Hauptgründe für die Rekord-Kaufzurückhaltung waren wirtschaftliche Unsicherheiten und globale Konflikte.
Dieser Trend führte zu einem weiteren Allzeitrekord: Ende Juni 2025 verfügten Österreichs Haushalte bereits über ein Geldvermögen von 936,7 Milliarden Euro, wovon 36 Prozent auf Bankeinlagen entfielen. Insgesamt stieg das Vermögen im Jahresabstand um 47,6 Milliarden Euro – inklusive Kursgewinne an den Börsen in Höhe von 18 Milliarden Euro.
Was sich ebenfalls zeigt: Seit 2020 stieg der Wertpapierbestand um rund 50 Prozent und lag Mitte 2025 bereits bei 197,3 Milliarden Euro. Besonders gefragt waren laut der OeNB-Erhebung Investmentfonds mit 108 Milliarden Euro, gefolgt von klassischen Aktien mit 49,9 Milliarden Euro und verzinslichen Wertpapieren mit 39,4 Milliarden Euro.
Erstmals wurden durch die OeNB Kryptowährungen systematisch erhoben. 3,9 Prozent der Haushalte besitzen demnach Krypto-Assets. Die Halter sind überwiegend jung, männlich, gut gebildet, häufiger selbständig und leben eher in Städten. Der typische Bestand liegt bei rund 3.000 Euro und macht meist weniger als ein Fünftel des Finanzvermögens aus.
Bei Haushalten mit sehr niedrigen Vermögen ersetzt Krypto teilweise andere riskante Anlagen, während es bei mittleren und höheren Vermögen eher ergänzt. Als Hauptmotive gelten Investition und Spekulation, außerdem Neugier und das Bedürfnis, an Trends teilzunehmen; Zahlungsvorteile oder ideologische Gründe sind hingegen die Ausnahme.
Neben Finanzanlagen spielt das Sachvermögen eine große Rolle. Gut 80 Prozent der österreichischen Haushalte besitzen ein Auto, rund die Hälfte lebt im Eigentum, und etwa zwölf Prozent verfügen über weitere Immobilien neben dem Hauptwohnsitz.
Deutliche Unterschiede zeigen sich in Sachen Wohlstand zwischen Frauen und Männern. In Paar-Haushalten liegt das durchschnittliche Nettovermögen (Sach- und Finanzvermögen abzüglich Schulden, Anm.) der Frauen bei 193.600 Euro, jenes der Männer bei 245.500 Euro, was einer Lücke von 21 Prozent entspricht. In Single-Haushalten besitzen Männer im Durchschnitt netto 165.900 Euro, Frauen 151.400 Euro – ein Abstand von neun Prozent. Beim Finanzvermögen kommen alleinlebende Männer im Schnitt auf 28.400 Euro, Frauen auf 24.600 Euro. Beim Sachvermögen erreichen Männer 143.300 Euro, Frauen 133.600 Euro.
Auch die Sparleistung unterscheidet sich stark zwischen den Haushalten. Im Schnitt werden jedoch in Österreich pro Monat 490 Euro zur Seite gelegt.
Bei den Schulden zeigt sich ein eher zurückhaltendes Bild. Mit 30 Prozent ist weniger als ein Drittel der Haushalte verschuldet. 15 Prozent haben abgesicherte Kredite, meist Wohnbaukredite, und rund 18 Prozent unbesicherte Raten- oder Konsumkredite.
Die Gesamtverschuldung lag Mitte 2025 bei 216,7 Milliarden Euro, sie ist damit seit 2022 leicht zurückgegangen, weil die höheren Zinsen die Kreditaufnahme bremsten. Erst im zweiten Quartal 2025 kam es wieder zu leichtem Wachstum, vor allem bei Konsumkrediten. Im Vergleich zum Euroraum bleibt Österreich deutlich unter dem Durchschnitt: Die Verschuldung entspricht 23 Prozent des Finanzvermögens, während es im Euroraum 26 Prozent sind.