Nächste Insolvenz in Österreich: Der Händler für Motorrad-Ausstattung POLO Motorrad Österreich GmbH kann laut dem Alpenländischen Kreditorenverband (AKV) seinen laufenden Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen. Am Landesgericht Salzburg wurde daher ein Konkursverfahren eröffnet.
Hintergrund ist eine Entwicklung bei der deutschen Muttergesellschaft. "Über das Vermögen der Muttergesellschaft wurde in Deutschland ein vorläufiges Insolvenzverfahren eröffnet. Der nunmehr bestellte vorläufige Sachwalter der POLO Motorrad und Sportswear GmbH verweigerte laut Angaben der Schuldnerin die finanzielle Ausstattung der Antragstellerin, wodurch die fälligen Verbindlichkeiten nicht mehr bedient werden konnten", heißt es von AKV.
Weiter: "Die daraus resultierende Liquiditäts-krise kann aus eigener Kraft nicht behoben werden, weshalb laut Schuldnerin die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens unumgänglich ist", berichtet der "Kurier".
Der Gläubigerschutzverband verweist außerdem auf eine Besonderheit im Geschäftsmodell: "Von wesentlicher Bedeutung ist, dass die Antragstellerin auf Grundlage eines Handelsvertretervertrages für die Muttergesellschaft tätig ist. Dies hat zur Folge, dass die in den Filialen abverkaufte Ware nicht im Eigentum der Antragstellerin steht. Üblicherweise behält die Antragstellerin bei Veräußerung eine Provision ein. Diese Provision diente der Deckung der laufenden Kosten der Antragstellerin."
Die Antragstellerin ist im Handel mit Motorradbekleidung, Helmen, technischem Motorradzubehör sowie Freizeitausrüstung. Über vier Filialen, davon zwei in Wien, Salzburg und Traun, erfolgt der Warenverkauf.
Die Verbindlichkeiten werden mit rund 1,7 Millionen Euro beziffert. Zum Anlagevermögen heißt es: "Das Anlagevermögen der Antragstellerin besteht aufgrund des oben erwähnten Handelsvertretervertrages grundsätzlich aus den in den Filialen befindlichen Einrichtungen. Die Werthaltigkeit etwaiger vorhandener Aktiva wird im Laufe des Verfahrens ermittelt werden", so der AKV.
Eine Fortführung oder Sanierung hält das Unternehmen für nicht möglich. Im Insolvenzverfahren soll daher eine geordnete Liquidierung durchgeführt werden. Von der Pleite sind 24 Mitarbeiter betroffen.