Ein "t" zu viel

Der "Spetzi" rollt an – Rätselraten um neue Bus-Flotte

Traun (Bez. Linz-Land) bekommt eine neue Öffi-Flotte. Schon vor dem Start sorgt ihr Name "Spetzi" für Verwirrung. "Heute" weiß, was dahintersteckt.
Lea Strauch
05.12.2025, 05:00
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Traun (Bez. Linz-Land) bekommt einen neuen besten Freund: "Mein Spetzi" heißt die flotte Flotte, die bald im Halbstundentakt durch die Stadt kurvt. Acht brandneue, wendige Fahrzeuge – davon sechs vollelektrisch, zwei dieselbetrieben – sollen den Öffi-Alltag einfacher machen. "Heute" durfte den Bus schon vorab testen.

"Minibus des Jahres"

Die neuen Fahrzeuge zählen zu den modernsten ihrer Klasse. Die elektrische Variante wurde sogar zum "Minibus des Jahres 2025" gekürt. Mit den vier Linien 631, 632, 633 und 634 – sie fahren alle halbstündlich – soll Traun großflächig neu erschlossen werden. Erstmals werden Gebiete wie Alt-St. Martin angebunden, drei der vier Linien fahren direkt zur Trauner Kreuzung.

Das Liniennetz der neuen Trauner Stadtbus-Flotte.
OÖVG

Während der Fahrt kann der "Spetzi" jedenfalls mit geringer Lautstärke punkten. Rund 34 Personen haben drinnen Platz, farblich sind der Innenraum und die Haltestellen-Schilder in Grün gehalten. Finanziert wird der Betrieb zu zwei Dritteln von der Stadt und zu einem Drittel vom Land OÖ.

Der "Spezi", der keiner sein darf

Und dann wäre da noch der Name, der schon vorab für reichlich Gesprächsstoff bei den Anrainern gesorgt hat. Viele fragten sich: Wieso "Spetzi" mit "t"? Eigentlich soll "Mein Spetzi" nämlich genau das ausdrücken, was man in Österreich unter einem "Spezi" versteht: ein Freund, ein vertrauter Wegbegleiter. Nur wird der eigentlich ohne "t" geschrieben.

VP-Bürgermeister Karl-Heinz Koll nimmt es mit Humor: "Ich habe sehr viele Mails bekommen, ob ich leicht den Duden nicht kenne." Der Grund für das extra "t" ist dabei eigentlich ganz simpel: "Spezi" war wegen des gleichnamigen Getränks markenrechtlich tabu.

Einzelne Haltestellen fallen weg

Doch nicht überall ist die Freude grenzenlos: Aufregung hat es im Vorfeld auch um die Streichung einzelner Haltestellen – darunter die Leharstraße. Viele Anrainer machten ihrem Ärger auf Social Media Luft. Der OÖ-Verkehrsverbund (OÖVV) versucht zu beruhigen: "Für jeden, der seine unmittelbare Haltestelle verliert, gibt es eine Alternative."

Laut OÖVV hätten 93 Prozent der Trauner künftig eine Haltestelle in weniger als 300 Metern Gehdistanz – beim alten Netz waren es nur rund 85 Prozent. Geschäftsführer Klaus Wimmer räumt ein: "Unser Fokus muss immer am Großteil der Bevölkerung liegen. Bei diesem Projekt ist es wirklich so, dass die Verbesserungen deutlich überwiegen."

Übrigens: In den ersten sieben Wochen – konkret von 15. Dezember bis einschließlich 31. Jänner – ist die Fahrt mit dem "Spetzi" für alle komplett kostenlos.

{title && {title} } Lstr, {title && {title} } 05.12.2025, 05:00
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