Das Insektensterben in Österreich nimmt dramatische Ausmaße an. Laut dem Österreichischen Tierschutzverein ist bereits jede zweite Tagfalterart gefährdet. Experten warnen vor weitreichenden Folgen – nicht nur für die Natur, sondern auch für unsere Lebensmittelversorgung.
Bienen, Schmetterlinge, Schwebfliegen und viele andere Insekten leisten täglich einen unverzichtbaren Beitrag zur Bestäubung von Nutz- und Wildpflanzen. Doch ihre Bestände gehen seit Jahren massiv zurück, weshalb Tierschützer bereits Alarm schlagen.
„Artenschutz ist kein Luxus, sondern eine unverzichtbare Grundlage für unser Leben. Gehen die Insektenbestände weiter zurück, drohen Ertragseinbußen in der Landwirtschaft und langfristig auch Risiken für die Lebensmittelversorgung.“Österr. Tierschutzverein
Wie dramatisch die Lage bereits ist, zeigen Zahlen des Umweltbundesamtes. Demnach gelten in Österreich bereits 52 Prozent der Tagfalter, 67 Prozent der Libellen und 57 Prozent der Heuschrecken als gefährdet.
Auch Verhaltensbiologe Kurt Kotrschal sieht die Entwicklung mit Sorge. Besonders betroffen seien Schwebfliegen, die neben Honig- und Wildbienen zu den wichtigsten Bestäubern zählen. "Bei den fast 500 heimischen Arten sind die Bestände massiv eingebrochen", sagt der Wissenschafter.
Der Rückgang der Insekten betrifft längst nicht nur Bienen oder Schmetterlinge. Auch Igel, Fledermäuse, Frösche, Kröten und zahlreiche Fischarten verlieren dadurch eine wichtige Nahrungsgrundlage. Ebenso finden viele heimische Singvögel immer weniger eiweißreiche Insekten, um ihre Jungen aufzuziehen.
Auch Gartenbesitzer können laut Tierschutzverein einen Beitrag leisten. Heimische Wildblumen, wilde Gartenecken, Laub- und Totholzhaufen sowie flache Wasserstellen bieten vielen Insekten Nahrung und Unterschlupf. Auf Mähroboter sollte möglichst verzichtet werden, da sie häufig Raupen, Puppen und andere Kleintiere töten.