"Adolf was here"

Deutsche nach Nazi-Schmiererei in USA verhaftet

Zwei Deutsche haben in Miami Beach eine Pride-Bank mit Nazi-Parolen beschmiert. Nun droht ihnen eine Anklage wegen Hassverbrechens.
Nick Wolfinger
21.05.2026, 13:50
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Große Empörung in Miami Beach im US-Bundesstaat Florida: Zwei deutsche Touristen aus Hessen wurden festgenommen, nachdem sie eine Regenbogenbank mit einem Hakenkreuz und der Aufschrift "Adolf was here" beschmiert haben.

Die Tat ereignete sich am Montag im bekannten Lummus Park nahe der Pride-Kreuzung bei der 12th Street und dem Ocean Drive. Laut Polizei wurden die antisemitischen Schmierereien auf einer Regenbogenbank entdeckt, die als Symbol für Vielfalt und Toleranz gilt.

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Tat direkt vor Überwachungskamera begangen

Überwachungskameras filmten die beiden Männer bei der Aktion. Einer soll die Nazi-Parolen mit einem Filzstift auf die Bank geschrieben haben, während der zweite Täter ihn abschirmte. Dank des Kamera-Netzwerks der Stadt konnten die Verdächtigen innerhalb weniger Stunden ausgeforscht werden.

"Nur ein Scherz"

Die Männer wurden später im Colony Hotel festgenommen. Laut US-Medien handelt es sich um Christoph R. und Günther J. aus Hessen. R. soll bei der Einvernahme gestanden haben, den Schriftzug "als Scherz" angebracht zu haben. Laut Polizei habe er dabei keine Einsicht gezeigt, welche Wirkung die Botschaft entfalten könne.

Derzeit wurden beide wegen Sachbeschädigung angeklagt. In Florida gilt das als Vergehen ersten Grades. Die Staatsanwaltschaft prüft aber eine Ausweitung auf ein Hassverbrechen. In diesem Fall drohen deutlich härtere Strafen bis hin zu einem Verbrechen dritten Grades.

Anklage wegen Hassverbrechen möglich

Miami-Beach-Bürgermeister Steven Meiner reagierte empört: "Solcher Hass führt letztlich immer zu Gewalt. Das hat die Geschichte oft genug gezeigt." Florida ist nach New York und Kalifornien der US-Staat mit dem höchsten Anteil jüdischer Einwohner. Ihre Anzahl wird auf rund 700.000, also etwa drei Prozent der Bevölkerung, geschätzt. Auch Bürgermeister Meiner stammt aus einer jüdischen Familie.

Auch der deutsche Generalkonsul in Miami, Christofer Burger, meldete sich zu Wort. Deutschland trage wegen des Holocaust eine besondere Verantwortung. Zugleich betonte er, die Tat sei "nicht repräsentativ" für die Deutschen.

Besonders pikant: Die beschmierte Pride-Bank war erst vor wenigen Wochen von einem Stadtrat gestiftet worden, nachdem eine LGBTQ-Kreuzung in Florida entfernt worden war.

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