Hormus-Blockade ausgeweitet

Iran schneidet Dubais letzten Ausweich-Hafen ab

Der Iran beansprucht jetzt auch Gewässer vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate – und schneidet wichtige Ausweichrouten ab.
Nick Wolfinger
21.05.2026, 12:18
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Der Konflikt um die wichtige Straße von Hormus spitzt sich weiter zu. Der Iran hat seinen Anspruch auf die Kontrolle der strategisch bedeutenden Meerenge jetzt massiv ausgeweitet – bis in Gewässer der Vereinigten Arabischen Emirate.

Wie die neu gegründete iranische Behörde zur Kontrolle der Straße von Hormus auf X erklärte, soll ihre "regulatorische Zuständigkeit" künftig deutlich größere Teile des Persischen Golfs umfassen.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Dubais Ausweich-Hafen abgeschnitten

Konkret reicht das beanspruchte Gebiet laut Teheran vom iranischen Hafen Kuh-e Mubarak bis südlich des wichtigen emiratischen Hafens Fudschaira. Dieser Hafen diente als wichtigste Ausweichroute für die Versorgung von Dubai und Abu Dhabi, da er die Meerenge umgeht.

Auch das Gebiet zwischen der iranischen Insel Keschm und Umm al-Kuwain in den Emiraten werde erfasst. Für Schiffe bedeutet das laut Iran: Wer die Straße von Hormus durchqueren will, müsse sich künftig mit der Behörde abstimmen und deren Genehmigung einholen.

Brüchige Waffenruhe

Seit Beginn des Krieges mit den USA und Israel Ende Februar blockiert der Iran die wichtige Handelsroute weitgehend. Zwar gilt seit dem 8. April eine brüchige Waffenruhe, die Lage bleibt aber extrem angespannt. Die Blockade hatte die Weltmärkte erschüttert und den Ölpreis zeitweise massiv steigen lassen.

Die Vereinigten Arabischen Emirate reagieren bereits. Erst am Freitag kündigte das Land an, eine neue Öl-Pipeline über den Hafen Fudschaira voranzutreiben, um die Straße von Hormus künftig umgehen zu können. Fudschaira gilt als eines der wichtigsten Öl-Drehkreuze der Region und wurde seit Kriegsbeginn mehrfach Ziel iranischer Angriffe. Nun soll der Zugang dorthin auf dem Seeweg unter iranische Kontrolle fallen.

Mautstelle in Betrieb

Die iranischen Revolutionsgarden erklärten am Mittwoch zudem, in den vergangenen 24 Stunden hätten 26 Schiffe die Meerenge passieren dürfen – darunter Öltanker und Containerschiffe. Vergangene Woche waren es laut Teheran noch mehr als 30 Schiffe gewesen.

Der Ölpreis fiel am Mittwoch dennoch weltweit um rund fünf Prozent. Auslöser waren Aussagen von US-Präsident Donald Trump, wonach eine Einigung im Konflikt kurz bevorstehen könnte.

Die Straße von Hormus zählt zu den wichtigsten Handelsrouten der Welt. In Friedenszeiten läuft rund ein Fünftel des weltweiten Erdöl- und Flüssigerdgas-Transports durch die schmale Meerenge zwischen Persischem Golf und Golf von Oman. Wer die Straße von Hormus kontrolliert, hält derzeit einen der wichtigsten Hebel für die Weltwirtschaft in der Hand.

{title && {title} } NW, {title && {title} } Akt. 21.05.2026, 13:34, 21.05.2026, 12:18
Jetzt E-Paper lesen