Zwischen Donald Trump und Israels Premier Benjamin Netanjahu dürfte es derzeit ordentlich brodeln. Bei einem langen Telefonat am Dienstag sollen laut Insidern regelrecht "die Fetzen geflogen" sein. Der Grund: massive Uneinigkeit über den weiteren Umgang mit dem Iran.
Während Trump weiterhin auf eine diplomatische Lösung setzt, drängt Netanjahu offenbar auf eine Fortsetzung des Kriegs gegen Teheran. Laut mehreren Quellen arbeitet Katar gemeinsam mit Pakistan, Saudi-Arabien, der Türkei und Ägypten derzeit an einem neuen Friedensmemorandum zwischen den USA und dem Iran.
Trump soll Netanjahu dabei erklärt haben, dass Vermittler an einer Art Absichtserklärung arbeiten. Damit könnten die USA und der Iran den Krieg offiziell beenden und anschließend 30 Tage lang über das iranische Atomprogramm und die Straße von Hormus verhandeln.
Doch genau das sorgt in Jerusalem für Alarmstimmung. Netanjahu soll laut einer Quelle nach dem Gespräch "außer sich vor Wut" gewesen sein. Eine andere Quelle meinte sogar: "Bibis Haare standen in Flammen", wie das US-Nachrichtenportal "Axios" exklusiv berichtete.
Netanjahu bleibt extrem skeptisch. Er will den militärischen Druck auf den Iran offenbar weiter erhöhen, um dessen Infrastruktur massiv zu beschädigen. Dazu kommt, dass in Israel gerade das Parlament aufgelöst wird, um vorgezogene Neuwahlen abzuhalten. Dabei will Netanjahu auf keinen Fall als "schwacher Mann" da stehen.
Auch in den USA stehen die sogenannten Zwischenwahlen (Midterms) bevor. Diese stehen unter den exakt gegenteiligen Vorzeichen wie die Wahlen in Israel. Um bei seinen Bürgern zu punkten braucht Trump dringend einen klaren Schlussstrich für den teuren und unbeliebten Krieg fernab der Heimat.
Trump hofft daher weiter auf einen Deal – schließt aber als Druckmittel neue Angriffe nicht aus. "Die einzige Frage ist, ob sie unterschreiben", sagte er am Mittwoch.
Der Iran prüft den neuen Vorschlag derzeit, zeigt bisher aber kaum Bereitschaft zu Zugeständnissen. Besonders heikel bleibt die Frage nach dem Atomprogramm und der Freigabe eingefrorener iranischer Milliarden.
Hinter den Kulissen wächst damit die Spannung zwischen Washington und Jerusalem. Zwar betonen beide Seiten weiter ihr gutes Verhältnis, doch beim Iran scheinen Trump und Netanjahu derzeit auf völlig unterschiedlichen Kursen unterwegs zu sein.