Was 2018 in Salzburg als Start-up begann, wird acht Jahre später Teil eines der größten Logistikkonzerne der Welt. Das Salzburger Unternehmen myflexbox schließt sich mit DeinFach, einer Tochter der Deutschen Post AG, zusammen. Hinter der Deutschen Post steht die DHL Group.
Für das österreichische Unternehmen ist der Deal der bisher größte Schritt einer bemerkenswerten Wachstumsgeschichte. Erst 2019 wurde die erste myflexbox bei der Obus-Remise in der Salzburger Alpenstraße aufgestellt. Heute stehen bereits rund 3.000 Paketautomaten in Österreich und Deutschland.
Rund 1.000 davon befinden sich in Österreich, etwa 2.000 in Deutschland. Rund 100 Mitarbeiter sind für das Salzburger Unternehmen tätig.
Gegründet wurde myflexbox 2018 als Corporate Venture der Salzburg AG. Die Idee dahinter: Paketautomaten sollen nicht nur einem einzelnen Zustelldienst zur Verfügung stehen. Stattdessen können unterschiedliche Anbieter dieselbe Infrastruktur nutzen.
Genau dieses offene Modell wurde zum Erfolgsrezept. Kunden können an den Stationen je nach Standort Sendungen unterschiedlicher Paketdienste abholen, verschicken oder retournieren. Damit positionierte sich myflexbox als Alternative zu Paketautomaten, die nur für einen bestimmten Zusteller vorgesehen sind.
2023 folgte der nächste große Wachstumsschritt: Die britische Investmentgesellschaft STAR Capital stieg als Mehrheitsgesellschafter ein. Mit zusätzlichem Kapital wurde vor allem die Expansion in Deutschland vorangetrieben.
Innerhalb von dreieinhalb Jahren wuchs das Netzwerk laut STAR Capital auf mehr als das Siebenfache. Nun folgt der Verkauf an die Deutsche-Post-Tochter DeinFach. Über den Kaufpreis wurde nichts bekannt gegeben.
Bemerkenswert: Nicht der Name des deutschen Partners soll künftig auf den Automaten stehen. Stattdessen wird DeinFach schrittweise in myflexbox überführt. Die Marke aus Salzburg bleibt damit bestehen und wird zum Namen für das gemeinsame offene Paketstationsnetz.
DeinFach bringt derzeit rund 1.700 Automaten in Deutschland mit. Zusammen soll damit das laut DHL mit Abstand größte anbieteroffene Paketstationsnetz im deutschsprachigen Raum entstehen.
Und die Pläne sind gewaltig: Bis 2030 will die Deutsche Post in Deutschland insgesamt rund 50.000 Paketautomaten anbieten. Mindestens die Hälfte davon soll unter myflexbox als anbieteroffene Lösung betrieben werden.
Damit könnte aus der Salzburger Gründung endgültig eine Marke werden, die in Deutschland flächendeckend präsent ist. Für 2030 sind dort rund 25.000 myflexbox-Automaten vorgesehen.
Firmenchef und Gründer Jonathan Grothaus sieht im Zusammenschluss vor allem die Chance, das Wachstum weiter zu beschleunigen. Durch DHL habe das Unternehmen nun mehr Kraft, um das Ausbautempo zu erhöhen und seine Position am Markt auszubauen.
Gleichzeitig soll ein wesentliches Prinzip von myflexbox erhalten bleiben: Die Stationen sollen weiterhin für unterschiedliche Paketdienste offenstehen und alle angeschlossenen Anbieter gleich behandeln.
Aus einer einzelnen Paketbox in der Salzburger Alpenstraße ist innerhalb weniger Jahre ein Netzwerk mit 3.000 Standorten geworden. Bis 2030 könnten allein in Deutschland 25.000 Automaten den Namen des Salzburger Unternehmens tragen.