Stillschweigen über Preis

Viertgrößter Bahnhof Österreichs wechselt Eigentümer

Die ÖBB holen sich den Bahnhof Wien Mitte zurück. Mitgekauft werden auch das Shoppingcenter und die Büroflächen am Standort.
Newsdesk Heute
02.10.2026, 11:50
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Nach mehr als 20 Jahren kehrt einer der wichtigsten Verkehrsknoten des Landes wieder zur Bahn zurück. Der Aufsichtsrat der ÖBB-Infrastruktur AG hat grünes Licht für den Rückkauf des Bahnhofs Wien Mitte gegeben.

Verkäufer ist eine Investorengruppe unter Führung von Morgan Stanley Real Estate Investing. Die ÖBB übernehmen dabei nicht nur den Bahnhof selbst, sondern auch das Shoppingcenter und die Büroflächen über den Gleisen. Wie viel die Bahn dafür auf den Tisch legt, bleibt geheim. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

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Ganz abgeschlossen ist der Deal allerdings noch nicht. Die Transaktion steht unter den üblichen Bedingungen und muss von der Wettbewerbsbehörde freigegeben werden. Der Vollzug ist für Ende Dezember vorgesehen.

75.000 Fahrgäste pro Tag

Für die ÖBB ist Wien Mitte ein besonders wichtiger Standort. Gemessen an den Fahrgastzahlen handelt es sich um den viertgrößten Bahnhof Österreichs. Täglich halten dort 575 Züge, rund 75.000 Menschen steigen ein, aus oder um.

Gleich fünf S-Bahn-Linien treffen in Wien Mitte aufeinander. Dazu kommen der City Airport Train (CAT), die U-Bahn-Linien U3 und U4 sowie Straßenbahn- und Busverbindungen.

Mit dem Kauf wollen sich die ÖBB vor allem mehr Spielraum bei der Weiterentwicklung des Bahnhofs verschaffen. Gebäude und Bahnanlagen sind technisch eng miteinander verbunden. Änderungen bei Zugängen, Stiegen, Belüftung oder Leitungen mussten bisher immer mit den jeweiligen Eigentümern abgestimmt werden.

ÖBB können künftig selbst entscheiden

Künftig liegen Bahnhof und Immobilie wieder in einer Hand. Damit können die ÖBB etwa Wegeleitung, technische Ausstattung und die Flächen über den Gleisen gemeinsam planen. Das soll vor allem mit Blick auf den geplanten Ausbau der S-Bahn-Stammstrecke wichtig werden.

Auch optisch soll sich etwas tun: Die Funktion als Bahnhof soll künftig beim Namen, an den Zugängen und bei der Gestaltung wieder stärker sichtbar werden.

Für die Geschäfte und Büros im Komplex bringt der Eigentümerwechsel hingegen keine unmittelbaren Änderungen. Sämtliche bestehenden Mietverträge laufen unverändert weiter.

2005 wurde der Bahnhof verkauft

Die Geschichte des Standorts reicht weit zurück. 1848 wurde er als Bahnhof Hauptzollamt eröffnet, 1934 ging er ins Eigentum der Bahn über. Ab Ende der 1950er-Jahre entstanden über den Gleisen unter anderem ein Bürogebäude, eine Markthalle und ein Busbahnhof.

2005 verkauften die ÖBB die Liegenschaft an die damalige Bank Austria Creditanstalt-Gruppe. Der heutige Komplex entstand ab 2007 und wurde im April 2013 vollständig eröffnet. Zwei Jahre später verkaufte die Bank Austria das Areal an die Investorengruppe rund um Morgan Stanley Real Estate Investing.

red,02.10.2026, 11:50
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