"Dickpics" sind eine Problematik, die in der Gesellschaft – vor allem bei Frauen – mehr und mehr für Verunsicherung sorgt. Zuletzt gab es auch eine Studie zu dem Thema, "Heute" berichtete. Expertin Dorit Haslehner-Kadlicz erklärt, dass die Problematik in der Beratung auch immer wieder vorkommt.
Dorit Haslehner-Kadlicz ist die Leiterin der Freiraum Frauenberatung NÖ Süd und der MÄBS Männerberatung NÖ Süd im Bezirk Neunkirchen. Im "Heute"-Gespräch erläutert sie, dass die Problematik existiert – und auch nicht ganz neu sei. Wichtig: "Es braucht Bewusstseinsbildung", so Haslehner-Kadlicz.
Haslehner-Kadlicz beschreibt auch die Durchschnittsperson, die solche "Dickpics" erhält. Hauptsächlich seien es Frauen. Das Aussehen, Alter, Herkunft spiele dabei laut Haslehner-Kadlicz oftmals keine Rolle. Die Bilder erhalten die Opfer ungefragt und unwillkommen.
Ein Verbot zu "Dickpics" wird es ab 1. September 2025 geben. Haslehner-Kadlicz erläutert: "Ich begrüße das kommende Verbot, Dick-Pics zu versenden", fügt aber hinzu: "Mit dem Verbot einhergehend wünsche ich mir aber jedenfalls eine Aufklärungskampagne für Absender und Empfängerinnen. Den Betroffenen muss klar sein, dass das Versenden von Dick-Pics strafbar wird und man sich künftig rechtlich zur Wehr setzen kann."
Laut Haslehner-Kadlicz gebe es verschiedene Themen in der Frauen- beziehungsweise Männerberatung. Bei den Frauen seien die großen Themen häusliche Gewalt, Armut im generellen Sinne (insbesondere aber Altersarmut) und psychische Belastungen.
Bei den Männern seien es die Themen Trennung, Scheidung, Obsorge und Gewalt – letzteres sowohl als ausübende als auch als betroffene Person. Auch das Thema Gewalt ist oftmals mit den Themengebieten Scheidung, Trennung und Gewalt verbunden.
Arbeitssuche- und Arbeitsmarktthemen würden in beiden Beratungsstellen von Klienten einen weiteren Schwerpunkt darstellen, so Haslehner-Kadlicz.
In der Männerberatung gibt es auch das "Besuchscafé". Wenn Elternteile ihre Kinder nicht unbeaufsichtigt beziehungsweise unbegleitet sehen dürfen, gibt es hier die Möglichkeit, dass sich die Elternteile mit ihren Kindern treffen können.
Das Sample der oben angeführten Studie besteht übrigens aus 500 Frauen in Österreich, 19,9 Prozent machten aus Niederösterreich mit, die Studie wurde von "marketagent" durchgeführt.
36,5 Prozent der Frauen haben demnach "Dickpics" schon selbst erhalten. Mit 68,2 Prozent ist die Generation Z (1995-2010) am meisten betroffen, am wenigsten Babyboomer (1940er-1964) mit 12,5 Prozent.
70,1 Prozent der Frauen in Österreich erachten es als "sehr problematisch", dass derartige Aufnahmen ungewollt und ohne Aufforderung einfach so gesendet werden.