Die brisantesten Aussagen aus dem Strache-Video

Ein heimlich aufgenommenes Gespräch zwischen dem Vizekanzler und einer vermeintlichen Oligarchen-Nichte bringt Strache (FPÖ) unter Druck.
Drei Monate vor der Parlamentswahl traf sich FPÖ-Parteichef Heinz-Christian Strache mit dem damaligen Wiener Vizebürgermeister Johann Gudenus auf Ibiza mit einer Frau. Sie stellte sich bei den beiden als Nichte eines reichen russischen Oligarchen vor. Von diesem Treffen wurde ein geheimes Video aufgenommen. Denn bei der Frau handelte es sich um einen Lockvogel. Die Aufnahmen bringen den Vizekanzler nun in Bedrängnis, denn die Aussagen haben es in sich.

"Wir wollen eine Medienlandschaft ähnlich wie der Orban aufbauen"



Ganz konkret spricht Strache davon, dass die vermeintliche Oligarchen-Nichte die "Kronen Zeitung" übernehmen soll. Danach müsse man "ganz offen reden". Er sagt weiter, dass man mit dem Medium im Hintergrund bestimmte Politiker pushen und andere wiederum "abservieren" müsse. Strache wörtlich: "Wenn das Medium auf einmal uns pusht, dann hast du recht. Dann machen wir nicht 27, dann machen wir 34 Prozent."

CommentCreated with Sketch.22 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. In Ungarn ist eben dieses Szenario zu beobachten. Seitdem Viktor Orban Ministerpräsident ist, werden immer weiter private Sender von seinen Gefolgsleuten aufgekauft. Die Berichterstattung fällt demnach sehr regierungskonform aus. Das spiegelt sich im Pressefreiheits-Index wieder: Ungarn ist seit 2010 um 64 Plätze nach unten gerutscht.

"Das Erste in einer Regierungsbeteiligung, was ich heute zusagen kann, ist: Der Haselsteiner kriegt keine Aufträge mehr."



In dem siebenstündigen Gespräch stellt Strache klar: Wenn die Oligarchen-Nichte der FPÖ mithilfe der "Krone" zu mehr Prozentpunkten verhelfen könne, stelle er ihr wichtige Aufträge in Aussicht. Aufträge, welche die Strabag nicht mehr kriegen würde. Denn der Industrielle Hans Peter Haselsteiner gilt heute als eine Art strategischer Chefberater des Baukonzerns.

"Der Verein ist gemeinnützig, der hat nichts mit der Partei zu tun."



Die "Russin" könne auch spenden, allerdings nicht direkt an die Partei, sondern an Vereine, um keine Meldung beim Rechnungshof abgeben zu müssen. Eine mutmaßlich illegale Form der Parteispende. Dabei soll an einen Verein gespendet werden, hinter dem Personen aus der FPÖ stehen. Namen werden nicht genannt. Jedoch einige Details: Drei Rechtsanwälte stünden an der Spitze und das Vereinsziel sei es, Österreich wirtschaftlicher zu gestalten.

"Das Erste, was wir einbringen, ist, wenn sie 50 Prozent der 'Krone' kauft, dass wir die anderen 50 Prozent beisteuern."



Strache betont mehrmals, dass er bei der Parlamentswahl 2017 zu mehr Prozentpunkten kommen möchte. Dabei würde die "Krone" eine überaus wichtige Rolle spielen. Mithilfe der Unterstützung des Mediums könne man die Wahl eventuell sogar gewinnen. Zum Zeitpunkt der Aufnahmen schwankte die FPÖ laut Umfragen zwischen Platz zwei und drei.

Die vorgebliche Russin stellte in Aussicht, die Dichand-Anteile zu kaufen. Strache verspricht, die andere Hälfte beizubringen – angeblich über den Unternehmer Heinrich Pecina. Dieser erklärte gegenüber der "SZ", dass er keine Möglichkeiten habe, die "Krone" zu kontrollieren oder zu beeinflussen.

Heinrich Pecina ist der Gründer des Investmenthauses Vienna Capital Partners. In Ungarn ist er der größte Verleger des Landes. Strache betont in den Aufnahmen, dass er auch in Österreich die "Kontrolle" über die "Krone" habe. Pecina dementiert dies jedoch.

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(slo)

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