Eine alte Bauernregel macht jetzt Hoffnung auf einen frühen Winter: Schneit es am Hubertustag, soll Österreich den gesamten November im Schnee versinken. Doch tatsächlich präsentiert sich das Wetter zum Monatsbeginn bereits ungewöhnlich winterlich. Auf den Bergen fallen erste Flocken, in höheren Lagen hält der Winter Einzug. Ob daraus tatsächlich ein weißer November wird, ist allerdings eine ganz andere Frage.
Am 3. November steht der Hubertustag im Kalender. Der Gedenktag erinnert an den heiligen Hubertus von Lüttich, der als Schutzpatron der Jäger und Förster gilt. Rund um seinen Namenstag ranken sich zahlreiche Wetterüberlieferungen. Eine davon sorgt gerade für besondere Aufmerksamkeit:
„Bringt Hubertus Schnee und Eis, bleibt’s den ganzen November weiß.“
Die Bedeutung der Regel ist eindeutig: Zeigen sich am Hubertustag bereits Schneeflocken und Frost, soll der Wintermonat seinem Namen alle Ehre machen. Bleibt es hingegen trocken und mild, dürfte der Schnee laut Volksmund noch auf sich warten lassen.
Tatsächlich präsentiert sich Österreich zum Monatsbeginn deutlich kühler als zuletzt. Laut der aktuellen Prognose von GeoSphere Austria strömt feuchtkalte Luft aus Nordosten in den Alpenraum. Am Dienstag, dem 3. November, ist es vielerorts zunächst stark bewölkt. Oberhalb von etwa 900 Metern sind stellenweise Schneeflocken möglich.
Besonders in den Bergen zeigt sich der Winter bereits. Auf den Salzkammergutbergen sind im Tagesverlauf auch einige Auflockerungen und sonnige Phasen möglich. In 1.000 Metern Seehöhe liegen die Temperaturen um den Gefrierpunkt, auf 2.000 Metern werden rund minus zwei Grad erwartet.
Damit bekommt die alte Bauernregel zumindest in den höheren Lagen Österreichs tatsächlich Nahrung. Von einem flächendeckend weißen November kann allerdings keine Rede sein.
Doch wie geht es nach dem Hubertustag weiter? Hier fällt der Blick auf die langfristigen Wettermodelle. Eine Auswertung des europäischen Wettermodells ECMWF für Österreich sieht derzeit mehrheitlich einen überdurchschnittlich warmen November.
57 Prozent der Modellberechnungen sprechen für einen zu warmen Monat. Gleichzeitig gibt es beim Niederschlag ein auffälliges Signal: 65 Prozent der Berechnungen erwarten überdurchschnittliche Regen- beziehungsweise Schneemengen.
Das bedeutet allerdings nicht automatisch einen Wintereinbruch. Vielmehr könnte Österreich ein wechselhafter November mit Niederschlagsphasen und vergleichsweise milden Temperaturen bevorstehen. In höheren Lagen ist dabei durchaus mit Schnee zu rechnen.
So spannend die Überlieferung klingt: Aus meteorologischer Sicht ist sie mit Vorsicht zu genießen. Bauernregeln entstanden aus jahrhundertelangen Beobachtungen der Natur. Manche zeigen durchaus wiederkehrende Wetterzusammenhänge, eine verlässliche Monatsprognose lässt sich daraus aber nicht ableiten.
Ein einzelner Tag kann nicht bestimmen, wie sich Hoch- und Tiefdruckgebiete in den darauffolgenden Wochen entwickeln. Selbst moderne Wettermodelle stoßen bei Vorhersagen über mehrere Wochen an ihre Grenzen. Saisonprognosen liefern Wahrscheinlichkeiten und großräumige Trends, keine verlässlichen Vorhersagen für einzelne Orte.