Pünktlich zum Start in den November zeigt sich das Wetter in Österreich von seiner winterlichen Seite. Während in vielen Regionen Regen und dichte Wolken dominieren, dürfen sich die Berge über eine frische Schneedecke freuen. Besonders entlang der Nordalpen wird es am Sonntag weiß. Doch auch in tieferen Lagen könnten sich vereinzelt Schneeflocken zeigen.
Die aktuellen Berechnungen von GeoSphere Austria und der Österreichischen Unwetterzentrale (UWZ) zeigen, welche Regionen besonders betroffen sind. Und auch für die kommenden Tage haben die Meteorologen bereits eine klare Tendenz.
Eine aktuelle Prognosekarte von GeoSphere Austria macht deutlich, wo sich bis Montag, 2. November, um 7 Uhr Neuschnee ansammeln könnte. Besonders die nördlichen Alpenregionen stechen dabei hervor.
"Winter auf den Bergen: Oberhalb von 800 bis 1000 m Seehöhe wird es am Wochenende weiß, der Schwerpunkt liegt in den nördlichen Staulagen an der Alpennordseite", erklärt GeoSphere Austria.
Vor allem in den höheren Lagen Salzburgs, Oberösterreichs und der Steiermark stehen die Chancen auf Schneefall gut. Auch weiter im Westen kann es schneien, wobei die Mengen je nach Region unterschiedlich ausfallen.
Verantwortlich für den Wetterumschwung ist ein Höhentief, das aus Nordosten über Österreich zieht. Es bringt kühlere Luft und Niederschläge mit sich. Besonders in den Bergen gehen die Temperaturen spürbar zurück.
Laut GeoSphere Austria bewegt sich die Schneefallgrenze verbreitet zwischen 800 und 1.100 Metern. Meteorologe Gerhard Hohenwarter hält in manchen Regionen sogar Schneeflocken bis auf etwa 600 Meter für möglich.
Auch die UWZ erwartet einen deutlichen Rückgang der Schneefallgrenze. In den östlichen Nordalpen könnte sie in der Nacht auf rund 700 Meter sinken, im zentralen Bergland auf etwa 900 Meter.
Ein flächendeckender Wintereinbruch mit großen Schneemengen ist allerdings nicht in Sicht. Das Höhentief führt vergleichsweise wenig Feuchtigkeit mit sich.
Wie viel Schnee tatsächlich liegen bleibt, hängt vor allem von der Höhenlage und der Intensität der Niederschläge ab.
Hohenwarters Wettermodell berechnet für einzelne Bergregionen rund fünf bis zehn Zentimeter Neuschnee. Am Dachstein könnten es örtlich sogar zehn bis 15 Zentimeter werden.
Die größten Schneechancen bestehen in den nordöstlichen Alpen. Weiter westlich könnten die Niederschläge bis zu den Hohen Tauern reichen. Auch auf der Koralpe zwischen Kärnten und der Steiermark sind einzelne Schneeschauer möglich.
Der Sonntag beginnt in weiten Teilen Österreichs mit vielen Wolken. Zwischen Tirol und dem Mostviertel sowie im äußersten Süden fällt zeitweise Regen. In den Nordalpen liegt die Schneefallgrenze zunächst bei etwa 700 Metern, im Tagesverlauf steigt sie auf rund 1.000 Meter.
Freundlichere Abschnitte sind vor allem in Vorarlberg, Osttirol, Oberkärnten und im äußersten Osten möglich. Dort kann sich zwischendurch auch die Sonne zeigen. Der Wind kommt überwiegend aus nördlichen Richtungen und weht meist mäßig. Am Bodensee und am Alpenostrand kann er zeitweise lebhaft auffrischen.
Mit dem Beginn der neuen Woche verschiebt sich die Wetterlage. Ein Hochdruckgebiet breitet sich vom Atlantik in Richtung Nordsee aus und bringt Österreich zunehmend ruhigere Verhältnisse.
Am Montag bleibt es allerdings besonders im Süden und Osten häufig bewölkt. Zwischen den Lavanttaler Alpen, der Steiermark und dem Südburgenland ist leichter Regen möglich. Oberhalb von rund 1.000 Metern kann dieser in Schnee übergehen.
Auch am Dienstag halten sich vielerorts dichte Wolken. Von der Obersteiermark bis ins östliche Flachland fällt stellenweise etwas Regen. In Höhen zwischen 700 und 900 Metern können vorübergehend erneut Schneeflocken dabei sein.
Mehr Sonnenschein ist dagegen im westlichen Bergland, entlang des Alpenhauptkamms sowie in Osttirol und Oberkärnten zu erwarten.
Für die kommenden Tage zeichnet sich insgesamt eine eher ruhige, aber vergleichsweise kalte Wetterphase ab. "Nächste Woche wird sich relativ wenig tun", erklärt Meteorologe Gerhard Hohenwarter.
Die Temperaturen könnten dabei deutlich unter den für Anfang November üblichen Werten liegen. "Wir sind um 4 Grad unter dem Mittelwert. Sowas sehen wir selten heutzutage." Bis ungefähr 8. November deuten die Wettermodelle auf eine relativ stabile Entwicklung hin. Danach wird die Prognose allerdings zunehmend unsicher.
Wie es in der zweiten Novemberwoche weitergeht, lässt sich derzeit noch nicht verlässlich sagen. Die verschiedenen Berechnungen liefern sowohl bei den Temperaturen als auch bei den Niederschlägen stark voneinander abweichende Ergebnisse.
"Die gute Prognose-Vorhersage endet mit dem 8. November. Keine Ahnung, was in der zweiten Novemberwoche da passieren wird", sagt Hohenwarter. Einige Modellberechnungen zeigen auffällige Niederschlagsspitzen. Ob diese tatsächlich eintreten, ist noch offen.
"Da könnte sich wieder was tun", hält der Meteorologe fest. Fest steht vorerst: Österreich startet mit winterlichen Temperaturen und frischem Schnee auf den Bergen in den November. Wie lange die kalte Wetterphase anhält, bleibt abzuwarten.