Waldboden unter den Füßen, Erde an den Händen und selbst gemachter Kräuteraufstrich auf dem Teller: Für 24 Jugendliche des Vereins T.I.W. (Training, Integration & Weiterbildung) wurde die Natur rund um Petronell-Carnuntum (Bezirk Bruck an der Leitha) für einen Tag zum Klassenzimmer.
Für viele Teilnehmer war der Ausflug etwas völlig Neues. "Die meisten unserer Jugendlichen kennen nur die Stadt und sind noch kaum aus Wien hinausgekommen", erzählt T.I.W.-Geschäftsführer Andreas Pollak. "Für viele ist der Beserlpark das Synonym für Natur. Aulandschaften, Wälder und Wildnis sind total fremd für sie."
Gemeinsam mit acht Beschäftigten eines Versicherungsunternehmens machten sich die Jugendlichen auf Expedition durch die Donau-Auen. Ranger erklärten Pflanzen, Tierspuren und die Besonderheiten des Lebensraums.
Dabei ging es nicht nur ums Zuhören. Die Jugendlichen konnten selbst entdecken, ausprobieren und Fragen stellen. Für die 17-jährige Salma war der Ausflug eine Premiere. "Ich bin das erste Mal hier in der Au. Ich bin sehr überrascht, wie nahe bei Wien sich so ein Urwald befindet", erzählt sie.
Am Nachmittag war dann Anpacken angesagt. Eine bisher ungenutzte Fläche wurde gemeinsam vorbereitet und in ein neues Kräuterbeet verwandelt. Zum Abschluss landete die Natur sogar auf dem Teller: Gesammelte Pflanzen und Kräuter wurden verarbeitet und daraus gemeinsam Aufstriche gemacht.
Bei dem Ausflug im Grünen sollten Jugendliche und Berufstätige miteinander ins Gespräch kommen und gleichzeitig erfahren, welche Bedeutung die Natur für Wasser, Klima, Tiere und Menschen hat.
"Unser Ziel ist es, Jugendlichen einen unmittelbaren Zugang zu Natur und Wissenschaft zu ermöglichen", erklärt Pollak. Beim gemeinsamen Arbeiten sollen zudem Vorurteile und gewohnte Grenzen in den Hintergrund treten.