Die Zecken-Gefahr bleibt in Niederösterreich ein Thema: Heuer wurden bisher 15 Fälle von Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME, registriert. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 13 Fälle, berichtet "ORF NÖ".
Am stärksten betroffen ist derzeit der Bezirk Amstetten mit drei Erkrankten. Zwei Fälle wurden im Bezirk Zwettl gemeldet. Je einen Fall gibt es in Baden, Horn, Lilienfeld, Melk, Mödling, St. Pölten, Scheibbs, Tulln und Waidhofen an der Thaya sowie in Wiener Neustadt.
Von einer auffälligen Häufung könne wegen der insgesamt niedrigen Fallzahlen aber nicht gesprochen werden. Die Landessanitätsdirektion sieht die Entwicklung laut "ORF NÖ" noch im Bereich der üblichen jährlichen Schwankungen. Todesfälle wurden heuer in Niederösterreich bisher keine gemeldet.
Auffällig ist allerdings das Alter vieler Erkrankter: Zehn der 15 Betroffenen sind älter als 40 Jahre. Fünf Patienten sind zwischen 41 und 65 Jahre alt, weitere fünf zwischen 66 und 80 Jahren.
Österreichweit zeigt sich ein deutlicheres Bild. Bis Montag wurden laut Virologin Judith Aberle bereits 155 FSME-Patienten bestätigt, die im Spital behandelt werden mussten. Im gesamten Jahr 2025 waren es 132.
FSME wird vor allem durch den Stich infizierter Zecken übertragen und kann eine Entzündung des Gehirns oder der Gehirnhäute auslösen. Eine ursächliche Behandlung gibt es nicht. Laut Aberle schützt die Impfung bei eingehaltenem Impfschema zu 99 Prozent.
Die meisten der heuer in Niederösterreich bestätigten Spitalspatienten waren demnach ungeimpft. Zwei Erkrankte waren früher geimpft worden, ihre letzte Impfung lag allerdings bereits zehn beziehungsweise 25 Jahre zurück.
Experten weisen zudem darauf hin, dass Zecken durch mildere Temperaturen länger aktiv sein können. Mehr FSME-Fälle lassen sich damit allein aber nicht erklären.