Kaum steigen die Temperaturen, werden in vielen Wohnungen die Rollläden runtergelassen. Das hält die Sonne draußen und kann die Hitze im Zimmer tatsächlich senken. Entscheidend ist aber, wie du die Rollläden verwendest – und wie weit du sie wirklich nach unten lässt. Wie 20 Minuten berichtet, kann ein kleiner Fehler sonst alles noch schlimmer machen.
Es klingt zwar vernünftig, die Rollläden komplett zu schließen, doch genau das kann nach hinten losgehen. Dann entsteht zwischen Fensterscheibe und Rollladen ein geschlossener Zwischenraum. Wenn die Sonne darauf prallt, staut sich die heiße Luft in diesem Bereich und kann nicht entweichen. Die Hitze wird schließlich durch die Fensterscheibe direkt ins Zimmer übertragen.
Wenn du aber die Licht- oder Lüftungsschlitze offen lässt oder die Lamellen leicht schräg stellst, kann die Luft zirkulieren. So entsteht kein Hitzestau. Auch der Rollladenhersteller Heim & Haus empfiehlt das: "Bei intensiver Sonnenbestrahlung und großer Hitze muss der Rollladen in Lichtschlitzstellung bewegt werden, damit Luft zirkulieren kann."
Vor allem bei Rollläden, die sehr nahe an der Fensterscheibe angebracht sind, wird der Hitzestau schnell zum Problem. Besonders breite Kunststoff-Rollläden können sich durch die hohe Temperatur sogar verformen oder beschädigt werden, wie Heim & Haus erklärt: "Ein Hitzestau und eine vorübergehende Ausformung der Rollladenstäbe können durch die Hinterlüftung vermieden werden." Im Extremfall kann durch den Hitzestau sogar die Fensterscheibe springen.
Deshalb solltest du den Rollladen nie ganz bis zum Boden runterlassen. Ein Spalt von etwa fünf bis zehn Zentimetern unten reicht, damit von unten Luft nachströmen kann – ohne dass zu viel direkte Sonne ins Zimmer fällt.
Der Hitzestau entsteht nur, wenn das Fenster zu ist. Trotzdem empfiehlt selbst das Bundesamt für Gesundheit, tagsüber die Fenster geschlossen zu halten – so kommt möglichst wenig heiße Luft in die Wohnung. Umso wichtiger sind die kleinen Luft- und Lichtschlitze im Rollladen.
Ganz aufs Lüften solltest du aber auch bei Hitze nicht verzichten. Das BAG rät, nachts und frühmorgens zu lüften, wenn es draußen kühler ist als drinnen. Falls nötig – etwa wenn die Luft stickig wird – kannst du auch tagsüber kurz stoßlüften. So kommt frische Luft in die Wohnung, ohne dass sie sich zu sehr aufheizt.