Kaum scheint die Sonne mehrere Tage am Stück, wächst der Rasen scheinbar im Zeitraffer. Viele Gartenbesitzer greifen dann reflexartig zum Rasenmäher, um das Grün wieder in Form zu bringen. Doch genau das kann während einer Hitzewelle zum Problem werden.
Hohe Temperaturen setzen dem Rasen ohnehin schon zu. Wird er zusätzlich gemäht, verliert er einen wichtigen natürlichen Schutz. Die Grashalme beschatten normalerweise den Boden und helfen dabei, Feuchtigkeit zu speichern. Werden sie gekürzt, treffen die Sonnenstrahlen ungehindert auf die Erde. Dadurch trocknet der Boden schneller aus und die Gräser verlieren an Widerstandskraft.
"Wenn Sie Ihren Rasen mähen, sind die Halme der Sonne automatisch stärker ausgesetzt, und auch der Boden leidet darunter. Die Folge? Kahle Stellen, die sich nur mit viel Aufwand ausbessern lassen", erklärt Gartenexpertin Jacqueline Kaminski gegenüber "garten24".
Wenn das Rasenmähen wirklich nicht aufschiebbar ist, solltest du auf die richtige Technik achten. Gartenprofis empfehlen, den Rasen bei Hitze etwas länger zu lassen – etwa sechs Zentimeter Schnittlänge. So beschatten die Grashalme den Boden und halten die Feuchtigkeit länger.
Am besten mähst du frühmorgens oder am späten Abend, wenn die Sonne nicht mehr so intensiv scheint. So haben die Gräser Zeit, sich vor der nächsten Hitzebelastung zu erholen.
Wer seinen Garten langfristig hitzeresistenter machen will, kann über einen Kräuterrasen nachdenken. Diese Variante ist pflegeleicht, begehbar und hält Hitze besser aus. Ein weiterer Vorteil: Insekten und Schmetterlinge profitieren davon.
Übrigens: Auch wenn der Rasen während einer Hitzewelle braune Stellen zeigt, besteht meist kein Grund zur Panik. Oft handelt es sich nur um vorübergehenden Trockenstress, und das Grün erholt sich mit dem nächsten ausgiebigen Regen von selbst.