Auch wenn sie oftmals verlassen scheinen, so handelt es sich um einen bewährten Schutzmechanismus der Natur, wenn Häschen, Kitze und andere Säugetierkinder vermeintlich alleine im hohen Gras liegen. Menschlicher Kontakt ist hier unbedingt zu vermeiden und unsere Hilfe in den meisten Fällen auch überhaupt nicht notwendig. Jetzt im Juni sind die "letzten" Babys des Jahres auf unsere Achtsamkeit angewiesen: Rehkitze! Und der Naturschutzbund gibt Tipps.
Die Tiermamas lassen ihre Kinder aus einem simplen Grund alleine und besuchen sie nur zum Säugen: Um keine Fressfeinde anzulocken! Wenn du ein Tierkind also störst oder gar berührst, zerstörst du alles, was sich Mutter Natur so sorgfältig überlegt hat:
• Geruch-Faktor: Durch den Hautkontakt überträgt sich menschlicher Geruch auf das Jungtier. Im schlimmsten Fall wird es danach von der Mutter verstoßen und verhungert.
• Stress-Faktor: Die unmittelbare Nähe des Menschen versetzt Wildtiere in Todesangst, was zu einem Kreislaufkollaps führen kann.
Wichtige Ausnahme: Ein Eingreifen ist ausschließlich dann empfohlen, wenn das Tier direkt auf der Straße sitzt und dort überfahren werden könnte. Wie man Jungtiere richtig vor dem Straßenverkehr schützt:
Einem Eichhörnchen-Jungtier sollte nur geholfen werden, wenn es aktiv den menschlichen Kontakt sucht. Ein lautes Piepen, Hinterherlaufen oder Festklammern an den Hosenbeinen sind eindeutige Signale dafür, dass die Mutter verunglückt oder das Nest (der Kobel) zerstört ist. Da verwaiste Eichhörnchen-Junge sehr rasch auskühlen, muss das Tier schnellstmöglich in ein Handtuch gewickelt und mit einer handwarmen Wärmflasche gewärmt werden.
Wichtig: Unterkühlte Tiere dürfen niemals Nahrung oder Flüssigkeit erhalten, da dies immer tödlich endet. Nach diesen ersten Sofortmaßnahmen ist empfohlen, umgehend eine Eichhörnchen-Nothilfe oder den Tierschutz zu kontaktieren.
Leider kommt es immer wieder zu richtigen "Massakern" auf den Feldern, wenn die Landwirte das nährstoffreichste Futterheu mähen. Zu dieser Zeit - auch "Frühmad" genannt - liegen allerdings auch gerade die Rehkinder dort und werden von den schweren Maschinen regelrecht geschreddert. Um dies zu verhindern, flehen Tierschützer um den Einsatz von Wärmebilddrohnen oder speziellen Spürhunden, um die Kitze ausfindig machen zu können und kurzzeitig umzusiedeln. HIER kannst du dich beispielsweise als Freiwilliger melden.