Der Frühling steht vor der Tür – und mit ihm eine alte Bauernregel, die angeblich schon jetzt einen Hinweis auf den kommenden Sommer geben soll. Besonders rund um den 21. März, den sogenannten Benediktstag, wurde das Wetter früher genau beobachtet. Nach einer überlieferten Regel heißt es:
„Wie das Wetter auf Benedikt, so es den ganzen Sommer schickt.“
Der 21. März fällt meist in die Zeit der Frühlings-Tagundnachtgleiche, wenn Tag und Nacht nahezu gleich lang sind und astronomisch der Frühling beginnt. Schon vor Jahrhunderten galt dieser Zeitpunkt als wichtiger Orientierungspunkt im bäuerlichen Kalender. Landwirte und Winzer hofften, aus der Wetterlage rund um dieses Datum Hinweise für die kommenden Monate und damit auch für ihre Ernte ziehen zu können.
Viele Bauernregeln beruhen auf jahrhundertelangen Naturbeobachtungen. Menschen bemerkten immer wieder bestimmte Muster zwischen Wetterlagen im Frühjahr und dem weiteren Verlauf des Jahres. Besonders im März verändert sich die großräumige Wetterzirkulation über Europa häufig: Der Einfluss des Winters nimmt ab, während mildere Luftmassen zunehmend dominieren.
Wenn sich in dieser Phase stabile Hochdrucklagen bilden, können sie das Wetter über mehrere Wochen prägen. Solche Erfahrungen führten dazu, dass Bauern ihre Beobachtungen in leicht merkbare Sprüche fassten, die über Generationen weitergegeben wurden.
Aus heutiger wissenschaftlicher Sicht kann jedoch ein einzelner Tag keinen ganzen Sommer vorhersagen. Das Wetter über mehrere Monate hinweg hängt von vielen Faktoren ab – etwa von Meeresoberflächentemperaturen, globalen Luftströmungen oder der Entwicklung der Atmosphäre über längere Zeiträume.
Dennoch ist der Zeitraum um den Frühlingsbeginn meteorologisch durchaus interessant. In dieser Phase ordnen sich atmosphärische Muster oft neu, wodurch sich länger anhaltende Wetterlagen entwickeln können.