Der Halbleiterkonzern Infineon soll mit 319 Millionen Euro an staatlichen Förderungen eine Milliardeninvestition am Standort Villach umsetzen. Damit will die Bundesregierung die heimische Chipproduktion stärken, Arbeitsplätze absichern und Österreich im internationalen Wettbewerb um Zukunftstechnologien besser positionieren.
Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) betont die Bedeutung der Investition: "Mit 319 Millionen Euro Förderung ermöglichen wir eine Milliardeninvestition von Infineon in Villach, die laut EU-Kommission sonst nicht in Europa stattfinden würde."
Der internationale Wettbewerb um solche Großinvestitionen sei enorm. Infineon betreibe weltweit Standorte, die miteinander um neue Projekte konkurrieren. Österreich müsse deshalb gezielt Anreize schaffen, um wichtige Produktionskapazitäten im Land zu halten.
In Villach beschäftigt Infineon rund 4.800 Mitarbeiter. Von der Investition soll aber nicht nur der Kärntner Standort profitieren, sondern die gesamte österreichische Wirtschaft. "Mein Anspruch ist es, nicht nur neue Arbeitsplätze bei Infineon zu schaffen, sondern innovative Forschungs- und Produktionskompetenzen in einer zukunftsentscheidenden Schlüsseltechnologie langfristig abzusichern", erklärt Hattmannsdorfer.
Die wirtschaftlichen Auswirkungen reichen laut Minister weit über das Unternehmen hinaus. Jeder Arbeitsplatz bei Infineon sichere rechnerisch knapp drei weitere Arbeitsplätze in Österreich. "Wir sorgen dafür, dass Zukunftstechnologien nicht nur in Österreich erforscht, sondern auch hier produziert werden und damit Wertschöpfung und Arbeitsplätze bei uns bleiben", so Hattmannsdorfer.
Halbleiter gelten als Schlüsseltechnologie für künstliche Intelligenz, Elektromobilität, erneuerbare Energien und die Industrie. Gleichzeitig ist Europa bei wichtigen Bauteilen und Produktionskapazitäten stark von Asien und den USA abhängig.
Hattmannsdorfer will das ändern: "Chips sind für die Wirtschaft von morgen so wichtig wie Kohle für die Wirtschaft von gestern. Ich habe deshalb den ganz klaren Anspruch, dass wir in Europa der führende Halbleiterstandort werden." Österreich verfügt bereits über eine starke Position in der Mikroelektronik. Die heimische Elektro- und Elektronikindustrie umfasst rund 300 Unternehmen mit knapp 72.000 Beschäftigten und einem Produktionswert von 23,6 Milliarden Euro.
Im Rahmen des europäischen Chips Act stellt Österreich für den Aufbau innovativer Halbleiter-Produktionskapazitäten bis zu 2,8 Milliarden Euro an öffentlichen Mitteln mit Planungshorizont bis 2035 bereit. Zusätzlich sind im Rahmen der österreichischen Industriestrategie weitere 80 Millionen Euro für ein europäisches Halbleiterprojekt vorgesehen. Dieses soll Anfang 2027 starten.