Einigung bei Kontingent

6.250 Saisonkräfte – neue Regeln für Tourismus-Jobs

Die Regierung hat sich auf 6.250 Saisonarbeitskräfte im Tourismus geeinigt. Neue Regeln sollen den Betrieben mehr Planungssicherheit bringen.
30.10.2026, 18:27
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Österreichs Tourismusbetriebe bekommen mehr Spielraum bei der Personalsuche. Die Bundesregierung hat sich auf ein Saisonierkontingent von 6.250 Arbeitskräften für zwei Jahre geeinigt – mit zusätzlichen Reserven für Spitzenzeiten.

Das Kontingent liegt bei 6.250 Saisonkräften und soll künftig für zwei Jahre festgelegt werden. Darauf verständigten sich Arbeitsministerin Korinna Schumann (SPÖ), Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) und Staatssekretär Josef Schellhorn (Neos). Ziel ist es, den Betrieben mehr Sicherheit bei der Personalplanung zu geben und gleichzeitig die geltenden Arbeitsbedingungen zu gewährleisten.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

50 Prozent zusätzliche Reserve

Neben dem regulären Kontingent ist ein Überziehungsrahmen von 50 Prozent vorgesehen. Damit sollen Unternehmen auf einen besonders hohen Personalbedarf während der Saison reagieren können. Neu ist außerdem, dass nicht vollständig ausgeschöpfte Kontingente künftig auch in anderen Bundesländern genutzt werden dürfen.

Hattmannsdorfer sieht darin eine wichtige Erleichterung für die Branche: "Unsere Tourismusbetriebe brauchen Planungssicherheit, um sich rechtzeitig auf die Winter- und Sommersaison vorbereiten zu können. Mit der Einigung auf 6.250 Saisonarbeitskräfte und der Festlegung der Kontingente für zwei Jahre schaffen wir genau diese Verlässlichkeit. Ein zusätzlicher Überziehungsrahmen von 50 Prozent ermöglicht es, saisonale Spitzen besser abzufedern. Zusätzlich sorgen wir für mehr Flexibilität: Nicht ausgeschöpfte Kontingente können künftig von Betrieben in anderen Bundesländern genutzt werden. Damit erleichtern wir die Personalplanung, sichern dringend benötigte Arbeitskräfte und stärken den Tourismus als wichtigen Wirtschaftsmotor."

Heimische Arbeitskräfte haben Vorrang

Trotz der zusätzlichen Möglichkeiten für Saisonbeschäftigte bleibt die Vermittlung von Arbeitskräften aus dem Inland vorrangig.

Bevor ein Betrieb eine Beschäftigungsbewilligung erhält, muss das Arbeitsmarktservice (AMS) prüfen, ob die offene Stelle mit einer bereits vorgemerkten oder am heimischen Arbeitsmarkt integrierten Person besetzt werden kann. Erst wenn der Personalbedarf auf diesem Weg nicht gedeckt werden kann, kommen Saisonarbeitskräfte im Rahmen des Kontingents infrage.

Schumann betont: "Unser Ziel ist ein Arbeitsmarkt, der Chancen für Menschen schafft und gleichzeitig auf die tatsächlichen Bedürfnisse der Betriebe eingeht. Saisonarbeitskräfte können dort einen wichtigen Beitrag leisten, wo der zusätzliche Personalbedarf nicht aus dem verfügbaren Arbeitskräftepotenzial im Inland gedeckt werden kann. Dabei ist klar: Die Vermittlung heimischer Arbeitskräfte hat Vorrang. Ebenso wichtig sind faire Arbeitsbedingungen und die Einhaltung der geltenden arbeitsrechtlichen Bestimmungen."

Unterkunft und faire Bezahlung vorgeschrieben

Für die Beschäftigung von Saisonkräften gelten weiterhin bestimmte Voraussetzungen. Unternehmen müssen die vorgeschriebenen Lohn- und Arbeitsbedingungen einhalten. Außerdem ist für die Dauer des Arbeitsverhältnisses eine ortsübliche Unterkunft nachzuweisen. Diese Vorgaben sollen sicherstellen, dass die zusätzliche Beschäftigung nicht zulasten der Arbeitnehmer geht.

Schellhorn verweist darauf, dass die Suche nach Saisonpersonal bereits lange vor dem Eintreffen der ersten Gäste beginnt.

"Als karenzierter Hotelier weiß ich: Die Saison beginnt nicht erst, wenn der erste Gast eincheckt, sondern Monate davor, wenn Mitarbeiter gesucht werden und der Betrieb vorbereitet wird. Zweijährige bundesweite Saisonkontingente geben unseren Tourismusbetrieben mehr Planungssicherheit, schaffen mehr Spielraum bei der Beschäftigung von Saisonkräften und helfen, die Stammmitarbeiter zu entlasten. Gleichzeitig bauen wir bürokratische Hürden bei der Mitarbeitersuche kontinuierlich ab – denn gute Gastgeber brauchen Zeit für ihre Gäste und ausreichend Mitarbeiter, die sich um sie kümmern können", betont der Staatssekretär.

pol, 30.10.2026, 18:27