Zum Nationalfeiertag lässt Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) mit einer deutlichen Ansage aufhorchen: Er will Österreich mit einem neuen Wirtschaftspatriotismus stärken.
In einem 5-Punkte-Plan erklärt er in einem neuen Blogbeitrag auf seiner Website, wie heimische Betriebe, Arbeitsplätze und unser Wohlstand langfristig gesichert werden sollen.
"Made in Austria ist mehr als ein Etikett – es ist ein internationales Qualitätsversprechen", betont Hattmannsdorfer. Österreich sei nicht nur für Berge, Seen und Schloss Schönbrunn bekannt, sondern auch für Erfindergeist, innovative Unternehmen und Spitzenprodukte.
„Österreich ist mehr als die schöne Kulisse von Bergen, Seen und Schloss Schönbrunn.“Wolfgang Hattmannsdorfer Wirtschaftsminister (ÖVP)
Doch dieses Erfolgsmodell gerate zunehmend unter Druck. US-Zölle und staatlich gestützte Billigprodukte aus China machen europäischen Unternehmen das Leben schwer.
Für Hattmannsdorfer ist deshalb klar: "Ein selbstbewusster österreichischer Wirtschaftspatriotismus ist die Antwort auf diese neue globale Ordnung." Es gehe um die "konsequente Stärkung unserer eigenen wirtschaftlichen Interessen in einer geopolitisch veränderten Welt".
Österreich verdient jeden zweiten Euro im Export. "Deshalb wäre es grundfalsch, auf amerikanischen Protektionismus mit einem europäischen Protektionismus zu antworten", erklärt Hattmannsdorfer. Wirtschaftspatriotismus bedeute nicht den Rückzug aus der Welt, warnt Hattmannsdorfer vor einer Abschottung Österreichs.
Vielmehr fordert er mehr Freihandelsabkommen und will auch auf neue, verlässliche Partner setzen. "Europa muss Handelsabkommen deutlich schneller abschließen", betont er. Gleichzeitig sollen neue Rohstoff- und Energiepartnerschaften Österreich unabhängiger machen, etwa beim Zugang zu seltenen Erden.
„Während andere ihre wirtschaftlichen Interessen immer aggressiver verfolgen, können wir nicht so tun, als würden die alten Spielregeln unverändert gelten.“Wolfgang Hattmannsdorfer Wirtschaftsminister (ÖVP)
Rund 67 Milliarden Euro gibt die öffentliche Hand in Österreich jährlich für Produkte und Dienstleistungen aus. Dieses Geld soll künftig verstärkt heimischen und europäischen Betrieben zugutekommen.
Nicht mehr allein der billigste Preis soll bei öffentlichen Aufträgen entscheiden. Auch Qualität, Innovation und regionale Wertschöpfung sollen stärker zählen.
"Unser Steuergeld muss künftig stärker auch unserem Wirtschaftsstandort zugutekommen", fordert Hattmannsdorfer.
Mit der von Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) initiierten "Made in Europe"-Deklaration wurde bereits ein erster Schritt gesetzt.
Besonders deutlich wird Hattmannsdorfer beim Einkaufsverhalten. Wirtschaftspatriotismus beginne bei jeder Konsumentscheidung.
„Ein selbstbewusster österreichischer Wirtschaftspatriotismus ist die Antwort auf die neue globale Ordnung.“Wolfgang Hattmannsdorfer Wirtschaftsminister (ÖVP)
Chinesische Online-Plattformen wie Temu und Shein würden für einen enormen Preisdruck stehen, mit dem europäische Hersteller unter den heimischen Standards kaum mithalten könnten. "Billig ist nicht automatisch besser", warnt der Minister. Manchmal komme uns das vermeintlich günstigste Produkt langfristig sogar teuer zu stehen.
Sein Appell: Wer sichere Arbeitsplätze, hohe Sozialstandards und regionale Produktion will, soll beim Einkaufen auch bewusst darauf achten.
Auch bei staatlichen Förderungen will Hattmannsdorfer nachschärfen. Bereits jetzt werden europäisch produzierte Komponenten bei bestimmten Photovoltaik- und Speicherförderungen besonders berücksichtigt.
Diesen Weg will er fortsetzen. "Wer europäische Wertschöpfung stärken will, muss europäischen Produkten Vorrang geben", stellt der ÖVP-Minister klar.