Großer Umbau geplant

PV-Förderung vor dem Aus – das ändert sich jetzt

Über 41.000 PV-Förderanträge gingen in zwei Wochen ein. Nun soll die Förderung für kleine Solaranlagen wegfallen und ein Speicherbonus kommen.
26.10.2026, 09:09
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Mehr als 41.000 Anträge in nur zwei Wochen: Der letzte Förderaufruf für Photovoltaikanlagen nach den bisherigen Regeln ist deutlich überzeichnet. Jetzt soll das Fördersystem in Österreich grundlegend umgestellt werden – mit Folgen für Haushalte, die eine Solaranlage planen.

Vom 8. bis 22. Oktober konnten Interessierte beim dritten und letzten PV-Fördercall im bisherigen System ihre Anträge einreichen. Insgesamt gingen 41.322 Ansuchen mit einem beantragten Fördervolumen von rund 192 Millionen Euro ein.

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Nachfrage höher als verfügbare Fördermittel

Damit übersteigt die Nachfrage die verfügbaren Fördermittel deutlich. Wer tatsächlich Geld erhält, steht noch nicht fest. In den kommenden Wochen werden die eingereichten Anträge auf Vollständigkeit und Richtigkeit kontrolliert. Anschließend erfolgt die Vergabe nach den geltenden Förderregeln und Reihungskriterien.

Energie-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner (ÖVP) sieht in der hohen Nachfrage auch einen Grund für die geplante Reform.

"Das Interesse an Photovoltaik und Speichern ist ungebrochen. Die hohe Nachfrage zeigt aber auch, warum wir die Förderung neu aufstellen müssen. Wenn die verfügbaren Mittel innerhalb kürzester Zeit ausgeschöpft sind, entscheidet vor allem die Geschwindigkeit beim Einreichen. Wir wollen ein System, das mehr Planungssicherheit schafft und den Nutzen für das Energiesystem stärker in den Mittelpunkt rückt", betont Zehetner.

Kleine Solaranlagen besonders gefragt

Der Großteil der Anträge betrifft kleinere Photovoltaikanlagen. Für Anlagen mit einer Leistung von bis zu zehn Kilowattpeak wurden 19.310 Anträge gestellt. Weitere 16.945 Ansuchen entfallen auf Anlagen mit mehr als zehn bis 20 Kilowattpeak. Zusammen machen diese beiden Kategorien rund 88 Prozent aller Einreichungen aus.

Trotz dieser hohen Nachfrage soll die bisherige Investitionsförderung für kleine PV-Anlagen künftig wegfallen. Zehetner verweist auf die gesunkenen Anschaffungskosten.

"Die Kosten für PV-Anlagen sind in den vergangenen zehn Jahren um rund 90 Prozent gesunken. Das zeigt: Kleine PV-Anlagen sind inzwischen im Markt angekommen und müssen nicht mehr durch eine eigene Investitionsförderung unterstützt werden. Deshalb richten wir die Förderung neu aus. Künftig wollen wir gezielt intelligente Speicher unterstützen, damit Haushalte ihren Sonnenstrom besser nutzen können und gleichzeitig das Energiesystem entlastet wird", betont Zehetner.

Förderung soll künftig für Speicher kommen

Statt der bisherigen PV-Investitionsförderung plant die Regierung einen sogenannten Speichersystembonus.

Dieser soll sowohl beim Kauf neuer Stromspeicher als auch bei der Nachrüstung bereits bestehender Photovoltaikanlagen helfen. Voraussetzung soll ein intelligentes Energiemanagementsystem sein, das den Betrieb des Speichers auf die Bedürfnisse des Stromnetzes abstimmt.

Auch das bisherige Windhundprinzip, bei dem der Zeitpunkt der Antragstellung eine entscheidende Rolle spielt, soll verschwinden. Geplant ist stattdessen ein kontinuierliches Antragsmodell.

"Wir wollen, dass Haushalte ihren Sonnenstrom besser nutzen können. Intelligente Speicher helfen, Erzeugung und Verbrauch aufeinander abzustimmen und Strom dann verfügbar zu machen, wenn er gebraucht wird. Davon profitieren die Haushalte und das gesamte Stromsystem. Genau diesen Nutzen wollen wir mit dem neuen Fördermodell stärker unterstützen", erklärt Zehetner.

Bonus für europäische Produkte

Bei den aktuellen Anträgen zeigt sich auch eine Nachfrage nach Bauteilen aus Europa. Für Wechselrichter wurde in 18.800 Fällen ein Made-in-Europe-Bonus beantragt. Das entspricht rund 45 Prozent aller Einreichungen.

Bei Stromspeichern waren es 8.997 Anträge, bei PV-Modulen 6.591. Da mehrere Komponenten in einem Antrag berücksichtigt werden können, sind Überschneidungen möglich.

Insgesamt wurden rund 7,6 Millionen Euro an zusätzlichen Fördermitteln über den Made-in-Europe-Bonus beantragt. Ob die jeweiligen Voraussetzungen erfüllt sind, wird erst bei der Prüfung entschieden.

"Bei der Energiewende geht es auch um die Frage, wo die Technologien dafür hergestellt werden. Mit dem Made-in-Europe-Bonus setzen wir einen Anreiz für europäische Produkte und stärken damit Wertschöpfung und technologische Kompetenz in Europa", so Zehetner.

Neues Modell braucht Zweidrittelmehrheit

Für Haushalte, deren Projekte mit Speicher beim letzten Fördercall leer ausgehen, könnte es eine weitere Möglichkeit geben. Nach den Vorstellungen des Wirtschafts- und Energieministeriums sollen solche Projekte im neuen System erneut eingereicht werden können, sofern sie ab dem 1. November 2026 in Betrieb genommen werden.

Fix ist die neue Regelung allerdings noch nicht. Die Gesetzestexte werden derzeit politisch abgestimmt und sollen anschließend möglichst rasch ins Parlament kommen.

Damit die Reform tatsächlich umgesetzt werden kann, ist im Nationalrat eine Zweidrittelmehrheit notwendig. Bis dahin gelten für die bereits eingereichten Förderanträge weiterhin die bisherigen Bestimmungen.

pol, 26.10.2026, 09:09