Nach Förder-Chaos

"Kein Klick-Wettrennen mehr": Neuer Strombonus kommt

Nach dem Chaos mit leerem Geld-Topf nach nur 33 Sekunden wird die Solar-Förderung ab 2027 umgebaut. "Heute" hat die Details, wie du profitieren kannst
Angela Sellner
06.10.2026, 14:09
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Wer seinen Strom künftig selbst mit einer Photovoltaik-Anlage erzeugen will, muss sich ab 2027 auf ein völlig neues Fördersystem einstellen. Die Bundesregierung will die bisherige PV-Investitionsförderung durch einen gezielten Bonus für intelligente Speichersysteme ersetzen.

Der Hintergrund: Beim zweiten Fördercall 2026 waren die verfügbaren Mittel bereits nach 33 Sekunden ausgeschöpft. Knapp 28.000 Anträge trafen auf Geld für nur rund 3.000 Projekte. 90 Prozent der Bewerber gingen leer aus. Mit einer solchen "Förder-Lotterie" soll künftig Schluss sein.

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"Förderung darf kein Wettrennen um den schnellsten Klick sein", erklärt Energie-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner (ÖVP). Gemeinsam mit der Branche wurden nun die Eckpunkte für das neue Modell festgelegt.

Fördergeld für Speicher

Künftig soll nicht mehr in erster Linie die Errichtung einer neuen PV-Anlage gefördert werden. Im Mittelpunkt stehen Speicher und intelligente Steuerung. Unterstützt werden sollen sowohl Speichersysteme bei neuen PV-Anlagen als auch die Nachrüstung bestehender Anlagen.

"Der intelligente Ausbau von Speichern wird die Netzkostenentwicklung nachhaltig dämpfen. Kurzfristig sollen Haushalte und Unternehmen zusätzlich durch die Verwendung bisher ungenutzter Mittel entlastet werden", betont SPÖ-Staatssekretärin Michaela Schmidt.

Voraussetzung soll ein intelligentes Energiemanagementsystem sein. Dieses soll dafür sorgen, dass Sonnenstrom möglichst dann gespeichert, verbraucht oder ins Netz eingespeist wird, wenn er tatsächlich gebraucht wird.

Wie Handwerkerbonus

Auch bei der Abwicklung kommt eine große Änderung. Statt einzelner Fördercalls mit extrem kurzen Zeitfenstern soll es künftig ein laufendes Antragsmodell geben. Das Prinzip soll ähnlich wie beim früheren Handwerkerbonus funktionieren: Das Projekt wird umgesetzt, danach kann die Förderung beantragt werden.

Damit sollen Haushalte und Betriebe nicht mehr auf einen bestimmten Fördertermin warten müssen. Auch Installationsbetriebe sollen ihre Aufträge besser planen können.

"Förderungen müssen planbar und treffsicher sein und dürfen nicht davon abhängig sein, wer in wenigen Sekunden am schnellsten klickt. Deshalb ist es richtig, dass wir die PV-Förderung grundlegend neu aufstellen", sagt Neos-Energiesprecherin Karin Doppelbauer.

"Made in Europe" wird Pflicht

Zusätzlich setzt die Regierung stärker auf Produkte aus Europa. Bei einem neuen Speichersystem für eine neue PV-Anlage soll ein in Europa produzierter Wechselrichter verpflichtend werden. Bei der Nachrüstung bestehender Anlagen soll weiterhin ein zusätzlicher Made-in-Europe-Bonus möglich sein.

Auch für jene, die zuletzt nicht zum Zug gekommen sind, soll es eine Perspektive geben. Wer 2026 keine Förderung erhalten hat und sein Projekt mit intelligentem Speicher ab 1. November 2026 abrechnet oder in Betrieb nimmt, soll 2027 bereits im neuen System einen Antrag stellen können.

Bonus-Höhe noch nicht fix

Fix ist allerdings noch nicht alles. Die Höhe des Bonus' und die technischen Kriterien werden in der Koalition derzeit abschließend verhandelt.

Für die notwendige Gesetzesänderung braucht die Regierung dann eine Zweidrittelmehrheit im Parlament.

Der letzte Fördercall nach dem bisherigen System ist am 8. Oktober.

sea,Akt. 06.10.2026, 14:32, 06.10.2026, 14:09