Die Teuerung in Österreich verliert an Tempo. Im Juli lag die Inflationsrate laut Statistik Austria bei 2,8 Prozent. Im Juni waren es noch 3,2 Prozent. Gegenüber dem Vormonat blieb das Preisniveau insgesamt unverändert.
Als ein wichtiger Grund für den Rückgang werden die Energiekosten genannt. Besonders Strom entwickelte sich zum Preisdämpfer: Die jährlichen Gesamtstromkosten lagen im Juli um 10,4 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Allein dadurch wurde die Gesamtinflation um rund 0,26 Prozentpunkte gedrückt.
Auch gegenüber Juni gingen die Stromkosten noch einmal um 0,8 Prozent zurück.
Wirtschafts- und Energieminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) sieht darin einen Erfolg der Entlastungsmaßnahmen der Regierung.
"Die Inflation geht deutlich zurück und gerade bei den Strompreisen sehen wir, dass unsere Maßnahmen wirken", erklärt Hattmannsdorfer. Die niedrigeren Stromkosten würden nicht nur Haushalte entlasten, sondern auch den Wirtschaftsstandort stärken.
Als Gründe nennt der Minister unter anderem die Senkung der Elektrizitätsabgabe, einen niedrigeren Erneuerbaren-Förderbeitrag sowie neue Tarifmodelle.
„Unser Ziel bleibt klar: Wettbewerbsfähige Energiepreise, sichere Versorgung und bessere Rahmenbedingungen für Wachstum und Arbeitsplätze in Österreich.“Wolfgang HattmannsdorferWirtschafts- und Energieminister (ÖVP)
Die gesamten Kosten für Haushaltsenergie lagen im Juli um 0,6 Prozent unter dem Vorjahreswert. Ganz anders sieht es allerdings beim Gas aus: Hier mussten Kunden im Schnitt 4,6 Prozent mehr bezahlen als vor einem Jahr.
Energie-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner (ÖVP) spricht ebenfalls von einem klaren Effekt der Regierungsmaßnahmen. "Strom ist heute einer der stärksten Preisdämpfer im Warenkorb", sagt sie.
Gleichzeitig warnt sie davor, sich auf den aktuellen Rückgang zu verlassen. Die internationalen Energie- und Rohstoffmärkte bleiben wegen geopolitischer Unsicherheiten schwankungsanfällig. "Wir können die geopolitische Lage und die internationalen Börsenpreise nicht bestimmen. Aber wir können einen Beitrag dazu leisten, dass steigende Großhandelspreise nicht ungebremst bei den Menschen ankommen" so Zehetner.
„Wer seinen Stromtarif länger nicht geprüft hat, sollte das jetzt tun.“Elisabeth ZehetnerEnergie-Staatssekretärin (ÖVP)
Sie appelliert, Stromtarife regelmäßig vergleichen. Gerade bei älteren Verträgen könne ein Wechsel bares Geld sparen. Ein Fixpreis könne zudem mehr Sicherheit bringen, wenn die Preise an den internationalen Märkten wieder anziehen: "Wer seinen Stromtarif länger nicht geprüft hat, sollte das jetzt tun."
Dass viele Österreicher bereits auf günstigere Angebote schauen, zeigen neue Zahlen: Im ersten Halbjahr 2026 wechselten 234.982 Haushalte und Unternehmen ihren Strom- oder Gaslieferanten.
Das ist ein Rekord für ein erstes Halbjahr. 187.256 Wechsel entfielen auf Strom, 47.726 auf Gas. Die Wechselrate lag bei Strom bei 2,9 Prozent, bei Gas bei 4,1 Prozent.