"Wachsam bleiben"

Staat bunkert weiter Gas für den Energie-Ernstfall

Österreich verlängert Gas-Notreserve bis 2029. Gespeichert wird ein Viertel des Jahresverbrauchs. Das sichert 840.000 Haushalte ab, die mit Gas heizen
Angela Sellner
06.07.2026, 14:09
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Österreich hält weiter einen riesigen Gas-Polster für den Ernstfall bereit. Der Hauptausschuss des Nationalrates hat am Montag einstimmig beschlossen, die strategische Gasreserve bis 1. April 2029 zu verlängern.

Für Haushalte wird die Gasrechnung dadurch allerdings nicht automatisch günstiger. Die Reserve dient als Sicherheitsnetz für den Krisenfall. Sie soll verhindern, dass Österreich bei neuen Lieferproblemen oder einer Energiekrise plötzlich ohne ausreichend Gas dasteht.

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Strategische Reserve

"Gerade der Iran-Krieg zeigt, wie schnell Energie zur Sicherheitsfrage wird. Die einstimmige Verlängerung der strategischen Gasreserve ist daher ein wichtiger Schritt, um Österreich sicherer zu machen", erklärt Wirtschafts- und Energieminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP). Auch wenn sich die Lage entspanne, müsse Österreich wachsam bleiben.

„Gerade der Iran-Krieg zeigt, wie schnell Energie zur Sicherheitsfrage wird.“
Wolfgang HattmannsdorferWirtschafts- und Energieminister (ÖVP)

Reserve für Haushalte und Industrie

Konkret geht es um 20 Terawattstunden (TWh) Gas. Das entspricht rund einem Viertel des durchschnittlichen österreichischen Jahresverbrauchs. Abgesichert werden damit mehr als 840.000 Haushalte, die mit Gas heizen. Auch die Industrie hängt stark daran: Sie verbraucht rund 60 Prozent des heimischen Gases.

Der Staat will die nötigen Speicherkapazitäten nun früher ausschreiben. Das soll die Kosten drücken, weil Österreich nicht erst dann kaufen muss, wenn alle anderen Länder ebenfalls um Speicherplätze kämpfen.

Auch bei der Organisation wird nachgeschärft. Die Reserve wird künftig ohne Ein- und Ausspeicherleistung beschafft, weil sie nur für den echten Krisenfall gedacht ist. Dadurch sollen bestimmte Netzkosten wegfallen und die Speicherung günstiger werden.

Die erforderlichen Geldmittel für die Gasreserve sind im Budget bereits eingeplant. Für 2026 sind 97 Millionen Euro vorgesehen, für 2027 dann 114 Millionen Euro und für 2028 weitere 120 Millionen Euro.

Die strategische Gasreserve wurde 2022 als Reaktion auf die Energiekrise eingerichtet. Das Gas liegt vollständig in Speichern auf österreichischem Staatsgebiet. Freigegeben werden darf es nur im echten Krisenfall.

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