Der Wettbewerb am Strommarkt nimmt weiter zu. Im ersten Halbjahr 2026 haben österreichweit 152.459 Haushalte ihren Stromanbieter gewechselt. Das sind laut E-Control 18.796 Wechsel mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres – ein Plus von 14,1 Prozent.
Auch die Wechselrate stieg von 2,5 auf 2,9 Prozent. Über alle Kundengruppen hinweg wurden im ersten Halbjahr insgesamt 187.256 Stromanbieterwechsel registriert.
Die meisten Wechsel wurden in absoluten Zahlen in Wien verzeichnet. Bei der Wechselrate lag Niederösterreich an der Spitze, gefolgt von Oberösterreich und der Steiermark.
Wirtschafts- und Energieminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) sieht darin ein positives Signal: "Mehr Wechsel heißt mehr Wettbewerb – und mehr Wettbewerb drückt die Preise. Der Vergleich lohnt sich und spart bares Geld. Genau deshalb haben wir den Anbieterwechsel mit dem Billigstromgesetz einfacher und schneller gemacht."
Wie groß das Sparpotenzial sein kann, zeigt ein Tarifvergleich. Bei einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden beträgt der Unterschied zwischen dem günstigsten und teuersten berücksichtigten Stromtarif – je nach Netzgebiet – bis zu 556,27 Euro pro Jahr. Die tatsächliche Ersparnis hängt jedoch vom bestehenden Vertrag und dem individuellen Verbrauch ab.
Mit dem Billigstromgesetz wurden laut Ministerium mehrere Neuerungen eingeführt. So muss der technische Wechsel an Arbeitstagen innerhalb von 24 Stunden möglich sein, das gesamte Verfahren darf höchstens drei Wochen dauern.
Außerdem müssen Stromanbieter ihre Kunden auf günstigere vergleichbare Standardtarife hinweisen und einmal jährlich auf der Rechnung über Wechselmöglichkeiten sowie den Tarifkalkulator der E-Control informieren.
Auch Staatssekretärin Elisabeth Zehetner (ÖVP) wirbt für mehr Wettbewerb: "Die Energiereformen schaffen neue Möglichkeiten. Jetzt kommt es darauf an, dass die Menschen diese Chancen auch nutzen. Deshalb setzen wir auf mehr Energiekompetenz und einen transparenten Wettbewerb. Wer Tarife vergleicht und den Anbieter wechselt, kann seine Energiekosten aktiv beeinflussen."
Und weiter: "Der wirksamste Preisdämpfer liegt oft in der eigenen Entscheidung. Gleichzeitig schaffen wir die Rahmenbedingungen für mehr Wettbewerb, hohe Versorgungssicherheit und leistbare Energie. Das ist die Grundlage für einen starken Standort und mehr Planungssicherheit für Haushalte und Unternehmen."