Antibiotika & Co.

Neue Trump-Zölle: Minister schlägt jetzt Pharma-Alarm

US-Präsident Trump droht mit hohen Zöllen auf Medikamente. Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer will Produktion in Europa ausbauen. Aktionsplan kommt.
Angela Sellner
25.07.2026, 07:01
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US-Präsident Donald Trump schwingt einmal mehr die Zollkeule, verhängte wieder neue Tarife. Und er droht jetzt auch mit Sonderzöllen von 100 Prozent und mehr auf Medikamente, um die Pharma-Produktion in den USA anzukurbeln.

Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) warnt nun vor Europas Abhängigkeit bei lebenswichtigen Medikamenten. "Wer Medikamente produziert, hat Macht. Genau das führen uns Trumps Zollandrohungen vor Augen", erklärt der Minister.

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Solange Europa bei kritischen Arzneimitteln von anderen Staaten abhängig sei, bleibe der Kontinent verwundbar.

"Made in Europe" bei Medikamenten

Hattmannsdorfer will deshalb die Produktion von Medikamenten und wichtigen Wirkstoffen stärker nach Europa holen. "Wir müssen uns vor Donald Trump nicht fürchten, wenn wir unsere eigenen Stärken ausbauen", betont er.

„Solange Europa bei kritischen Arzneimitteln von anderen abhängig ist, bleibt es verwundbar.“
Wolfgang HattmannsdorferWirtschaftsminister (ÖVP)

Bei kritischen Arzneimitteln wie Antibiotika, Insulin und Schmerzmitteln brauche es einen klaren "Made in Europe"-Ansatz. Auch zentrale Wirkstoffe sollen künftig verstärkt in Europa hergestellt werden.

Im Herbst will die Regierung einen Aktionsplan erarbeiten, um den heimischen Pharma-Standort zu stärken.

73.000 Jobs in Österreich

Die Pharma- und Life-Sciences-Branche ist auch für Österreich ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Mehr als 1.100 Unternehmen beschäftigen hierzulande rund 73.000 Menschen.

Laut Pharmaindustrie entstehen direkt und indirekt sogar rund 91.000 Arbeitsplätze. Die jährliche Wertschöpfung liegt demnach bei rund 12,9 Milliarden Euro.

Europa fällt zurück

Besonders deutlich zeigt sich der internationale Konkurrenzkampf bei klinischen Studien. Europas Anteil sank zwischen 2013 und 2023 von 22 auf nur noch 12 Prozent.

China legte im selben Zeitraum hingegen von 8 auf 18 Prozent zu.

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