"Die FPÖ ist wirtschaftspolitisch links." Mit dieser Aussage lässt Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) im "Streitwert"-Podcast mit Unternehmer Stephan Zöchling aufhorchen. Ein Ausschnitt des Gesprächs wurde nun auf Social Media veröffentlicht. Das vollständige Interview soll im Laufe des Donnerstags auf den gängigen Podcast-Plattformen erscheinen.
Für Hattmannsdorfer ist jedenfalls klar: "Die FPÖ ist wirtschaftspolitisch links." Er müsse immer wieder staunen, wie der Eindruck vermittelt werde, dass die Freiheitlichen über wirtschaftspolitisches Verständnis verfügen würden.
Auch Unternehmer Stephan Zöchling äußert deutliche Zweifel am wirtschaftspolitischen Kurs der Kickl-Partei. Er habe sich in den vergangenen Wochen und Monaten sowohl das Programm der FPÖ als auch jenes der SPÖ genauer angesehen und dabei zahlreiche Überschneidungen festgestellt. Kickl sei seiner Meinung nach ein "ur-sozialistischer Politiker mit sehr sozialistischen Wirtschaftsideen".
Hattmannsdorfer wiederum kritisiert insbesondere die Haltung der Freiheitlichen zur Exportwirtschaft. Er könne nicht verstehen, wie eine Partei ernsthaft deren Schwächung in Kauf nehmen könne. Schließlich verdiene Österreich mehr als die Hälfte seines Geldes im Export. "Unser Wohlstand fußt auf erfolgreichen Exportbetrieben", betont der Wirtschaftsminister.
Während Hattmannsdorfer den Freiheitlichen mangelndes Verständnis für die Exportwirtschaft vorwirft, will er selbst auf europäischer Ebene neue Akzente setzen. Wie am Mittwoch bekannt wurde, übernimmt der Wirtschaftsminister auf persönliche Anfrage von EVP-Chef Manfred Weber den Co-Vorsitz von "EPP-Trade". Damit erhält der ÖVP-Politiker eine neue Führungsfunktion innerhalb der Europäischen Volkspartei. Er wolle einen "selbstbewussteren europäischen Wirtschaftspatriotismus vorantreiben", so der Minister.