Neues Depot kommt

500 Euro für Neugeborene – diese Regeln gelten jetzt

Pünktlich zum Weltspartag geht der Entwurf für das Zukunftsdepot in Begutachtung. Ab 2027 soll es für Neugeborene 500 Euro Startbonus vom Staat geben.
31.10.2026, 06:47
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500 Euro Startbonus vom Staat und steuerfreies Sparen bis zur Volljährigkeit: Die Regierung plant ein neues Zukunftsdepot für Kinder. Ab Juli 2027 soll das Modell starten – profitieren können auch bereits geborene Kinder.

Mit einem staatlichen Zuschuss will die Bundesregierung jungen Menschen den langfristigen Vermögensaufbau erleichtern. Jedes anspruchsberechtigte Kind, das ab dem 1. Jänner 2027 geboren wird, soll dafür ein Startguthaben von 500 Euro erhalten.

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Das sogenannte Zukunftsdepot soll am 1. Juli 2027 eingeführt werden. Der Gesetzesentwurf wurde am Freitag in Begutachtung geschickt, wie das Bundeskanzleramt gegenüber der APA mitteilte. Auf das neue Modell hatte sich die Dreierkoalition bereits Mitte Oktober verständigt.

Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) sieht darin eine zeitgemäße Form der finanziellen Vorsorge. Anlässlich des Weltspartags erklärte er:

"Der Weltspartag erinnert uns daran, wie wichtig es ist, rechtzeitig für die eigene Zukunft vorzusorgen. Denn Sparen bedeutet weit mehr, als nur Geld auf die Seite zu legen. Es bedeutet, seine finanzielle Zukunft aktiv mitzugestalten, damit aus kleinen monatlichen Beträgen über die Jahre große Chancen werden können. Mit dem Zukunftsdepot holen wir das Sparen jetzt ins 21. Jahrhundert, schaffen eine moderne Alternative zum klassischen Bausparer und eröffnen der nächsten Generation eine neue, steuerbegünstigte Möglichkeit, sich langfristig Vermögen am Kapitalmarkt aufzubauen."

Dam kann sich Finanz-Staatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl (ÖVP) nur anschließen: "Mit dem heutigen Start der Begutachtung setzen wir den nächsten wichtigen Schritt zur Umsetzung des Zukunftsdepots. Jetzt gilt es, diesen Prozess zügig voranzutreiben, damit das Zukunftsdepot bald im Nationalrat beschlossen und dann umgesetzt werden kann. Damit werden wir für Kinder und Jugendliche frühzeitig die Möglichkeit schaffen, langfristig eine finanzielle Vorsorge aufzubauen ."

Bis zu 5.000 Euro im Jahr einzahlen

Das Zukunftsdepot soll ab der Geburt eines Kindes eröffnet werden können. Eltern, Großeltern und andere Angehörige können anschließend regelmäßig Geld einzahlen. Die jährliche Obergrenze liegt bei 5.000 Euro.

Bis zum 18. Geburtstag soll das Depot von der Kapitalertragsteuer (KESt) befreit bleiben. Auch Kontoführungsgebühren dürfen die Banken nicht verlangen. Zusätzliche Kosten sind allerdings möglich. Diese sollen auf maximal ein Prozent pro Jahr begrenzt werden.

Grundsätzlich darf das angesparte Geld erst mit Erreichen der Volljährigkeit entnommen werden. Ausnahmen sind etwa für existenzielle Notlagen vorgesehen. Wer früher auf das Geld zugreift, verliert jedoch die Steuerbegünstigung. Vor der Eröffnung ist außerdem eine erstmalige Beratung vorgesehen. Auf diese soll allerdings verzichtet werden können.

Nicht alle Kinder bekommen den Bonus

Der staatliche Zuschuss ist an bestimmte Bedingungen geknüpft. Voraussetzung ist die österreichische Staatsbürgerschaft oder eine entsprechende rechtliche Gleichstellung.

Außerdem müssen bis zur Volljährigkeit 15 Jahre rechtmäßiger Aufenthalt in Österreich nachgewiesen werden, damit der Startbonus gewährt wird.

Für Kinder, die bereits vor dem 1. Jänner 2027 geboren wurden und noch minderjährig sind, kann ebenfalls ein Zukunftsdepot eröffnet werden. Einen staatlichen Zuschuss von 500 Euro gibt es in diesen Fällen allerdings nicht.

Die Befreiung von der Kapitalertragsteuer bis zum 18. Geburtstag soll unabhängig vom Startbonus gelten.

Keine einzelnen Aktien oder Kryptowährungen

Anders als bei einem klassischen Sparkonto soll das Geld im Zukunftsdepot langfristig investiert werden. Erlaubt sind beispielsweise breit gestreute ETFs sowie Anlagen im Bundesschatz. Der Kauf einzelner Aktien oder Kryptowährungen ist hingegen ausgeschlossen.

Eine sogenannte Mündelsicherheit ist ausdrücklich nicht vorgesehen. Stattdessen soll eine breite Streuung der Investitionen das Risiko reduzieren. Eröffnen Eltern kein eigenes Depot, wird der staatliche Startbonus im Bundesschatz angelegt.

"Statt Geld nur auf die Seite zu legen, soll es langfristig investiert werden und über die Jahre wachsen können. Mit dem Zukunftsdepot schaffen wir die Grundlage, damit das gelingt! Jedes Kind, das ab 2027 geboren wird, erhält einen staatlichen Startbonus von 500 Euro. Eltern, Großeltern und Angehörige können dann zusätzlich jeden Monat Geld in das Depot einzahlen. Ab dem 18. Geburtstag des Kindes kann das angesparte Geld steuerbegünstigt entnommen und in die eigene Zukunft investiert werden - in eine Ausbildung, die Gründung eines Unternehmens oder die Anzahlung für das erste Eigenheim. Damit schaffen wir echte Zukunftschancen für unsere Kinder und die nächsten Generationen!", so Stocker.

So viel kostet das neue Modell

Das staatliche Startguthaben soll aus dem Familienlastenausgleichsfonds (FLAF) finanziert werden. Für die kommenden beiden Jahre sind jeweils 40 Millionen Euro eingeplant. Damit soll vor allem der Zuschuss für Neugeborene abgedeckt werden.

Hinzu kommen geringere Steuereinnahmen durch die KESt-Befreiung. Langfristig rechnet die Regierung mit einem jährlichen Entgang von maximal 20 Millionen Euro. Während der Einführungsphase sollen die Ausfälle allerdings niedriger bleiben. Bis zum Ende des derzeitigen Finanzrahmens im Jahr 2031 sind dafür insgesamt 20 Millionen Euro vorgesehen.

pol, 31.10.2026, 06:47