Eigentlich soll "A Sky Full of Hope" Hoffnung und Verbundenheit symbolisieren. Für eine Rabenkrähe wurde das millionenschwere Kunstwerk über der Frankfurter Konstablerwache nun allerdings zur gefährlichen Falle. Der Vogel verfing sich in der riesigen Netzskulptur und konnte sich nicht mehr selbst befreien. Die Feuerwehr musste anrücken – glücklicherweise konnte die Krähe anschließend unverletzt wieder freigelassen werden.
Brisant: Eine solche Gefahr war zuvor offenbar nicht erwartet worden. Fachliche Einschätzungen hätten die Installation aufgrund der großen Maschen und dicken Seile als weitgehend unbedenklich für Vögel und andere Tiere bewertet, teilte die Stadt mit. Nach dem Zwischenfall soll jetzt geprüft werden, ob Konsequenzen und eine erneute fachliche Bewertung notwendig sind. Das Werk der US-Künstlerin Janet Echelman soll noch bis 2029 über dem Platz schweben und kostet rund zwei Millionen Euro.
Für Tierschützer berührt der Vorfall ein grundsätzliches Problem: Städte sind nicht nur Lebensraum für Menschen. Wildvögel müssen dort täglich mit menschengemachten Gefahren wie Glasfassaden, Beleuchtung, Leitungen oder anderen schwer erkennbaren Hindernissen zurechtkommen. Vogelschutzorganisationen fordern deshalb seit Jahren, solche Risiken bereits bei Planung und Gestaltung des öffentlichen Raums mitzudenken.
Dass sich nun tatsächlich ein Vogel in dem zuvor als unbedenklich eingestuften Kunstwerk verfangen hat, dürfte deshalb zumindest ein Warnsignal sein. Der Fall ging glimpflich aus – doch die entscheidende Frage bleibt, ob die Installation für Wildvögel sicherer gemacht werden muss. Denn ein "Himmel voller Hoffnung" sollte schließlich nicht zur Falle für jene werden, die wirklich durch den Himmel fliegen.