Tierische Wiederholung

10 Tage alt! Kitten zum Sterben neben Straße gesetzt

Vier winzige Katzenbabys wurden neben einer stark befahrenen Bundesstraße ins hohe Gras geworfen und ihrem Schicksal überlassen. Wer tut so etwas?
Heute Tierisch
19.08.2026, 08:46
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Es ist ein Fund, der fassungslos macht: Anrainer entdeckten neben der B148 in Kirchdorf am Inn (Bezirk Ried im Innkreis) vier hilflose Katzenbabys im hohen Gras. Direkt daneben rauscht der Verkehr über die Bundesstraße. Die Kleinen hatten laut Tierschutzorganisation Pfotenhilfe gerade erst ihre Augen geöffnet. Ihr Alter wird auf lediglich rund zehn Tage geschätzt. Ohne Mutter sind Katzen in diesem Alter völlig auf menschliche Hilfe angewiesen.

Tagelang Hunger und Schmerzen

Doch damit nicht genug: Die Augen der vier Findelkinder waren bereits durch Katzenschnupfen entzündet. Und offenbar hatten die Tiere seit längerer Zeit nichts mehr zu fressen bekommen.

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„Als erstes musste ich die Kleinen dringend füttern, weil sie so vor Hunger schrien.“
Johanna StadlerPfotenhilfe-Chefin

Flascherl alle paar Stunden

Dass das Quartett rechtzeitig entdeckt wurde, könnte den Katzen das Leben gerettet haben. Die Finder brachten die Babys zum beinahe eine Stunde entfernten Tierschutzhof Pfotenhilfe in Lochen nahe der Salzburger Grenze. Dort beginnt nun die aufwendige Handaufzucht. Stadler kümmert sich persönlich um die Winzlinge, hält sie warm und versorgt sie fast rund um die Uhr mit dem Flascherl.

In der Pfotenhilfe werden -zig Katzenkinder rund um die Uhr gefüttert.
©Pfotenhilfe

Für die Tierschützer ist der aktuelle Fall dabei alles andere als ein trauriger Einzelfall. Nach Angaben der Pfotenhilfe werden auch in diesem Sommer mehrmals pro Woche ausgesetzte oder zurückgelassene Katzen aufgenommen.

Das Leid wäre so leicht vermeidbar

Besonders bitter: Ein großer Teil dieses Tierleids könnte verhindert werden. Die Pfotenhilfe nimmt den Fall deshalb zum Anlass, Katzenhalter erneut eindringlich an ihre Verantwortung zu erinnern. Wer seine Katze unkontrolliert vermehren lässt, riskiert, dass immer weitere unerwünschte Würfe entstehen, weshalb immer wieder eindringlich an die gesetzliche Kastrationspflicht erinnert wird. Die Folgen landen am Ende nicht selten bei Tierschutzorganisationen – oder, wie in diesem Fall, buchstäblich am Straßenrand.

„Diese Ignoranz verursacht viel Tierleid und ist kein Kavaliersdelikt!“

Aussetzen kann nicht die Lösung sein

Vor allem aber muss klar sein: Ein Tier einfach irgendwo zurückzulassen, ist niemals eine akzeptable Lösung. Schon gar nicht wenige Tage alte Katzenbabys, die ohne Mutter weder ausreichend Nahrung noch Wärme bekommen und keinerlei Chance haben, alleine zurechtzukommen. Wer mit einem unerwünschten Wurf überfordert ist, sollte sich frühzeitig an Tierärzte, Tierheime oder Tierschutzorganisationen wenden, statt die Verantwortung auf Kosten der Tiere abzuschieben.

Sollte man jemals so kleine Katzenkinder finden, muss man sich an Experten wenden, denn die Handaufzucht ist nicht sehr einfach.
©Pfotenhilfe

Wer etwas zu dem Fall in Kirchdorf am Inn beobachtet hat oder Hinweise auf schlechte Tierhaltung beziehungsweise Tierquälerei geben kann, kann sich – wenn nötig auch anonym – an die Pfotenhilfe wenden.

Die Pfotenhilfe weist zudem darauf hin, dass Verstöße gegen die Kastrationspflicht hohe Verwaltungsstrafen nach sich ziehen können. Für das Aussetzen von Tieren können laut Organisation sogar Freiheitsstrafen drohen.

{title && {title} } red, {title && {title} } 19.08.2026, 08:46