Zwischen der FPÖ und ÖVP-Chef Bundeskanzler Christian Stocker kracht es. Auslöser: ein Interview des Kanzlers. Im Gespräch mit der APA hatte er am Sonntag der FPÖ mangelnde politische Verantwortung vorgeworfen.
Auf die Frage, ob er nach dem Rauswurf von Veit Dengler bei den Neos jetzt Probleme bei der Erreichung der Zwei-Drittel-Mehrheit im Nationalrat sehe, hatte Stocker wörtlich gemeint: "Ich würde die FPÖ nicht so ausschließen. Sie hat eine Verantwortung auch als Oppositionspartei. Die Menschen, die die FPÖ gewählt haben, haben die Erwartung, dass die FPÖ Verantwortung trägt. Und Nein sagen ist nicht Verantwortung tragen."
FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker ließ das naturgemäß nicht auf seiner Partei sitzen: "Christian Stocker und seine Verlierer-Ampel brauchen nur morgen zurücktreten, für Neuwahlen sorgen und dann übernimmt die FPÖ mit einem Volkskanzler Herbert Kickl sofort Regierungsverantwortung und sorgt für eine gute Zukunft für die Österreicher“, richtete er dem Bundeskanzler in einer Aussendung aus.
Stocker meine wohl, Verantwortung zu übernehmen bedeute, faule Kompromisse seiner Verlierer-Ampel einfach durchzuwinken. "Verantwortung zu übernehmen bedeutet auch, Nein zu Entscheidungen zu sagen, die schlecht für unsere Heimat und die Bevölkerung sind. Solche schlechten Entscheidungen trifft diese Verlierer-Ampel aber am laufenden Band", so Hafenecker.
So habe die Regierung mit den Grünen ein "Billigstromgesetz" beschlossen, das den Strom nicht billiger mache, sondern teurer, oder eine "Spritpreisbremse", die ein einziges "Bremsversagen" sei und die Menschen bei den hohen Treibstoffpreisen nicht entlaste.
"Die Grünen werden es mit sich selbst ausmachen müssen, warum sie dieser schlechtesten Regierung aller Zeiten stets die Mauer machen und um welchen Preis sie sich politisch 'kaufen' lassen. Wir Freiheitliche leben jedenfalls tagtäglich Verantwortung für Österreich und stehen für einen rot-weiß-roten Systemwechsel mit einem Volkskanzler Herbert Kickl", erneuerte der FPÖ-Generalsekretär diese Ansage.