Clinch mit AMS-Chef

Doskozil: "Mehr Arbeitsjahre umhängen ist keine Lösung"

Der Streit um ein höheres Pensionsantrittsalter spitzt sich zu! Nach einem Vorstoß von AMS-Boss Kopf schießt Burgenland-Chef Doskozil scharf zurück.
12.10.2026, 15:44
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Jetzt kracht es in der Pensionsdebatte! AMS-Chef Johannes Kopf hatte am Sonntag in der ORF-"Pressestunde" erneut eine Anhebung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters gefordert. Seine Begründung: Die demografische Entwicklung mache diesen Schritt langfristig notwendig. "Irgendwann schlägt Mathematik Ideologie", so Kopf.

Doch diesen Vorstoß will Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) nicht unwidersprochen lassen. Der rote Landeschef geht jetzt mit dem AMS-Boss hart ins Gericht.

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"Ein paar Arbeitsjahre zusätzlich umhängen"

"Wer das höhere Pensionsantrittsalter zur unausweichlichen Lösung erklärt, sollte anderen nicht Ideologie vorwerfen. Natürlich müssen wir die Finanzierung unseres Pensionssystems langfristig absichern. Aber die Antwort kann nicht sein, den Menschen einfach ein paar Arbeitsjahre zusätzlich umzuhängen, das blendet die Lebensrealität vieler Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vollkommen aus", kontert Doskozil.

Der Landeshauptmann verweist vor allem auf die schwierige Situation älterer Beschäftigter. Wer mit Ende 50 oder Anfang 60 seinen Job verliert, habe oft kaum Chancen, wieder eine Anstellung zu finden. Zudem könnten Menschen in körperlich belastenden Berufen nicht ohne Weiteres länger arbeiten.

"Schafft keinen einzigen zusätzlichen Arbeitsplatz"

Doskozil lässt auch das demografische Argument des AMS-Chefs nicht gelten: "Die demografische Entwicklung kann niemand wegdiskutieren. Aber ein höheres gesetzliches Pensionsalter schafft noch keinen einzigen zusätzlichen Arbeitsplatz. Die entscheidende Frage ist, wie wir dafür sorgen, dass ältere Menschen überhaupt einen Arbeitsplatz haben und gesund bis zur Pension arbeiten können."

Brisant: Kopf selbst hatte in der ORF-"Pressestunde" Probleme bei der Beschäftigung älterer Arbeitnehmer eingeräumt. Während über 60-Jährige in Betrieben häufig als erfahrene Experten geschätzt würden, hätten sie nach einem Jobverlust plötzlich massive Schwierigkeiten bei der Suche nach einer neuen Stelle.

NEOS für Debatte, Doskozil dagegen

Rückenwind erhält Kopf hingegen von den NEOS. Deren Sozialsprecher Johannes Gasser erklärte, angesichts der demografischen Entwicklung dürfe ein höheres Pensionsantrittsalter kein politisches Tabu sein.

Im Burgenland hat die SPÖ bereits im September eine klare Position gegen eine pauschale Anhebung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters in den Landtag eingebracht.

Doskozil fordert stattdessen mehr altersgerechte Arbeitsplätze, bessere Gesundheitsvorsorge und zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen über 55 Jahren.

"Von mir gibt es keine Zustimmung"

Zum Abschluss macht der SPÖ-Landeshauptmann unmissverständlich klar, dass er von einer Erhöhung des gesetzlichen Pensionsalters nichts wissen will.

"Wer bei jeder Herausforderung im Pensionssystem reflexartig das Antrittsalter erhöhen will, macht es sich zu einfach. Von mir gibt es dafür jedenfalls keine Zustimmung."

red, 12.10.2026, 15:44
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