Ein Moment der Unachtsamkeit hatte dramatische Folgen für eine Familie: Ein erst einjähriges Mädchen erwischte eine Tablette vom Drogenersatz seiner Mutter und schluckte sie. Der Vorfall vom 7. Dezember 2025 beschäftigte nun das Landesgericht St. Pölten.
Wie die "Krone" berichtet, hatte die 42-Jährige an diesem Tag die Einnahme ihres Substitutionsmedikaments vergessen. Das Drogenersatzmittel – es soll sich laut "Krone" um Compensan handeln – ist ein Morphin-Präparat, das in der Opiat-Erhaltungstherapie eingesetzt wird.
Einige Stunden später machten sich bei der Mutter Entzugserscheinungen bemerkbar. Die Frau begann daraufhin, in der Küche hektisch nach ihren Tabletten zu suchen. Dabei fielen mehrere davon zu Boden. Genau in diesem Moment befand sich auch ihre kleine Tochter in der Nähe. Das Mädchen schnappte sich eine Tablette und steckte sie in den Mund.
Vor Gericht zeigte sich die Mutter geständig. Sie erklärte, dass ihre Tochter zu dieser Zeit praktisch alles in den Mund genommen habe. Dass sie das Medikament unmittelbar neben ihrem Kind einnehmen wollte, bezeichnete die 42-Jährige selbst als Fehler.
Auch der Lebensgefährte der Frau und Vater des Kindes sagte im Prozess aus. Zum Zeitpunkt des Vorfalls soll er sich laut "Krone" im Keller aufgehalten haben.
Der Richter folgte allerdings nicht allen Erklärungen der Angeklagten. Am Ende wurde die Mutter wegen fahrlässiger Körperverletzung schuldig gesprochen.
Die 42-Jährige erhielt sechs Monate bedingte Haft sowie eine Geldstrafe. Ihrer Tochter wurden außerdem 1.560 Euro Schmerzensgeld zugesprochen.