Ein schwerer Fall von Gewalt gegen eine Frau beschäftigt am Dienstag, dem 25. August, das Landesgericht St. Pölten. Ein 28-jähriger Afghane soll seine Lebensgefährtin nach acht Jahren Beziehung im Mai massiv attackiert und schwer verletzt haben.
Die Vorwürfe wiegen schwer. Neben Körperverletzung mit schweren Dauerfolgen wirft die Staatsanwaltschaft dem Mann auch Vergewaltigung und Nötigung vor. Den Vorwurf der Vergewaltigung bestreitet der Angeklagte.
Gewalt an Frauen: Hier finden Sie Hilfe
Frauenhelpline Tel.: 0800 / 222 555
Polizei Tel.: 133
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Österreichische Gewaltschutzzentren Tel.: 0800 / 700 217
Der Staatsanwalt fand zum Prozessauftakt deutliche Worte. Die Vorwürfe seien "so ungeheuerlich, so monströs", dass es schwierig sei, sie in Worte zu fassen. Das berichtet die "APA" in einer Aussendung.
Mitte Mai soll es zunächst in der Wohnung des 28-Jährigen zu einer Vergewaltigung gekommen sein. Wenige Tage später, am 19. Mai, besuchte die Frau ihren Lebensgefährten erneut.
„Ich wollte nur, dass sie ein bisschen Blut sieht, damit sie Angst kriegt.“Angeklagter (28)Vor dem Landesgericht St. Pölten
Der Afghane soll geglaubt haben, dass seine Partnerin einen anderen Mann habe. Laut Anklage hielt er ihr ein Messer vor und zwang sie, sich auszuziehen.
Danach soll die Situation völlig eskaliert sein. Nach Schlägen und einer Knebelung soll der 28-Jährige seine Lebensgefährtin mit einem Taschenmesser und einem Küchenmesser schwer verletzt haben und versucht haben, ihr die rechte Brustwarze abzutrennen.
Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft wollte er die Frau "nachhaltig verunstalten" und "unattraktiv machen". Während der Attacke soll er sie immer wieder nach einem vermeintlichen Liebhaber gefragt haben.
Der Angeklagte zeigte sich zu Teilen der Vorwürfe geständig. Dass er die Frau verletzen wollte, hatte er bereits zwei Tage vor der Tat beschlossen – wegen einer beleidigenden WhatsApp-Nachricht, schreiben die "Niederösterreichischen Nachrichten".
Einen konkreten Tatplan habe er jedoch nicht gehabt. Vor Gericht sagte er der "APA" zufolge: "Ich wollte nur, dass sie ein bisschen Blut sieht, damit sie Angst kriegt.
Die weitere Verhandlung über Details der Tat fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Für die Einholung eines Sachverständigen-Gutachtens wurde der Prozess am Dienstag auf unbestimmte Zeit vertagt.