Es waren dramatische Minuten, in denen jeder Handgriff zählte. Am Abend des 20. Mai 2026 brach Stjepan B. (58) in Raasdorf im Bezirk Gänserndorf plötzlich zusammen: Sein Herz hatte aufgehört zu schlagen.
Seine Ehefrau und seine Tochter reagierten sofort. Während die Tochter ihren Nachbarn zu Hilfe holte, setzte die Ehefrau den Notruf ab. Unter telefonischer Anleitung von Notruf Niederösterreich begann sie sofort mit der Herzdruckmassage.
Kurz darauf übernahm der Nachbar die Wiederbelebung. Wenige Minuten später traf First Responder Michael Placho vom Roten Kreuz Marchfeld ein und führte die Reanimation weiter.
Dann kamen auch das Rettungsteam des Roten Kreuzes und die Besatzung des Notarzthubschraubers Christophorus 9. Die Sanitäter verabreichten dem 58-Jährigen unter anderem Adrenalin. Schließlich gelang es, seinen Kreislauf wieder in Gang zu bringen. B. wurde stabilisiert und mit dem Hubschrauber ins Spital gebracht.
"Dieser Einsatz zeigt, wie entscheidend jeder einzelne Teil der Rettungskette ist", sagt Berndt Schreiner, Chefarzt und Ärztlicher Leiter Rettungsdienst beim Roten Kreuz Niederösterreich. Vor allem das sofortige Handeln der Ehefrau habe die entscheidenden ersten Minuten überbrückt.
Heute kann sich Stjepan B. selbst an den dramatischen Abend kaum erinnern. "Aber ich weiß, dass ich mein Leben diesen Menschen zu verdanken habe, die an diesem Abend für mich da waren", sagt der Niederösterreicher. Dass er heute wieder davon erzählen könne, sei für ihn keine Selbstverständlichkeit.
Nur wenige Wochen nach dem Einsatz bekam First Responder Michael Placho einen erfreulichen Anruf: Der Nachbar meldete sich und berichtete, dass es B. den Umständen entsprechend gut gehe. Gleichzeitig entstand der Wunsch, die Lebensretter noch einmal persönlich zu treffen.
Dieses Wiedersehen fand nun an der Rotkreuz-Bezirksstelle Marchfeld statt. Dort konnte sich Stjepan B. bei jenen bedanken, deren schnelles Handeln ihm das Leben gerettet hatte.