Polit-Streit um Problemgrätzel

Drogen-Hotspot in Wien – Suchtmitteldelikte steigen

Neue Zahlen des Bundeskriminalamts zeigen einen starken Anstieg der Suchtmitteldelikte in Mariahilf und Rudolfsheim-Fünfhaus.
Wien Heute
09.08.2026, 10:40
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Im 5. und 6. Bezirk scheinen die Suchtmitteldelikte deutlich anzusteigen. Die Wiener ÖVP sieht darin ein Zeichen für eine zunehmende Konzentration der Drogenkriminalität in dem Grätzel – besonders bei der U6-Station Gumpendorfer Straße und dem Suchthilfezentrum Jedmayer – und fordert einen Kurswechsel in der Wiener Drogenpolitik. Auch die FPÖ reagiert auf die neuen Zahlen und kritisiert die Sicherheitslage rund um das Jedmayer scharf.

6. Bezirk über dem Durchschnitt

Laut aktueller Suchtmittelstatistik des Bundeskriminalamts stieg die Zahl der Suchtmitteldelikte in Wien zwischen 2024 und 2025 nur leicht von 5,4 auf 5,5 Delikte pro 1.000 Einwohner. In den Bezirken Mariahilf und Rudolfsheim-Fünfhaus fiel der Anstieg jedoch deutlich stärker aus.

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Mariahilf verzeichnet mit 25,8 Delikten pro 1.000 Einwohner den höchsten Wert aller Wiener Bezirke – fast fünfmal so hoch wie der Wiener Durchschnitt. Die Zahl der Anzeigen stieg dort von 489 auf 801 Fälle. In Rudolfsheim-Fünfhaus erhöhte sich die Zahl von 435 auf 697 Anzeigen.

"Jahrelange Fehlentwicklung"

"Wer jetzt noch behauptet, rund um den Jedmayer gebe es kein massives Konzentrationsproblem, verschließt bewusst die Augen vor der Realität. Diese Entwicklung ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer jahrelangen Fehlentwicklung der Wiener Drogenpolitik", kritisieren Gerhard Hammerer, Obmann der ÖVP Mariahilf, und Felix Ofner, Obmann der ÖVP Rudolfsheim-Fünfhaus.

Die beiden Bezirksparteiobleute sehen die Polizei zwar auf dem richtigen Weg, etwa durch die eingerichtete Schutzzone, halten diese Maßnahmen aber für nicht ausreichend. "Die Einrichtung der Schutzzone durch die Polizei war ein wichtiger und längst überfälliger Schritt. Sie zeigt Wirkung und gibt den Einsatzkräften zusätzliche Möglichkeiten, gegen Drogenkriminalität und Belästigungen vorzugehen. Die Polizei kann aber nur die Auswirkungen bekämpfen, nicht die Ursachen", so Hammerer und Ofner.

FPÖ will Jedmayer an Stadtrand verlegen

Aus Sicht der ÖVP konzentrieren sich die Suchtmitteldelikte zunehmend auf das Gebiet rund um die U6-Station Gumpendorfer Straße und das Jedmayer. Die Wiener ÖVP fordert eine neue Wiener Suchthilfe- und Drogenstrategie mit einer stärkeren Verteilung der Angebote über das gesamte Stadtgebiet sowie Änderungen bei der Substitutionsversorgung.

Auch die FPÖ sieht in den neuen Zahlen einen Beleg für die angespannte Situation rund um das Jedmayer. Bezirksparteiobmann in Mariahilf, Leo Lugner spricht von einem Versagen der bisherigen Sicherheits- und Drogenpolitik und fordert eine grundsätzliche Neuordnung. Er kritisiert unter anderem die bestehende Schutzzone sowie den Standort des Suchthilfezentrums und verlangt, den Jedmayer aus dem dicht besiedelten Wohngebiet zu verlegen.

{title && {title} } red, {title && {title} } 09.08.2026, 10:40
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