Die Gelb-Rote Karte gegen Breel Embolo im WM-Viertelfinale gegen Argentinien (1:3) sorgt weltweit für Schlagzeilen. Nachdem die Schweizer den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielt hatten, wurde Embolo nach einem VAR-Eingriff wegen einer Schwalbe mit Gelb-Rot vom Platz gestellt. Die Szene war der Wendepunkt der Partie und die internationale Presse spart nicht mit Kritik.
Zunächst hatte Schiedsrichter João Pinheiro den Argentinier Leandro Paredes wegen eines vermeintlichen Fouls an Embolo verwarnt. Doch der VAR griff ein, der Portugiese sah sich die Bilder am Monitor an und nahm die Gelbe Karte gegen Paredes zurück. Stattdessen wertete er die Aktion als Schwalbe und zeigte Embolo die zweite Gelbe Karte. Die Schweiz musste die Verlängerung in Unterzahl bestreiten und kassierte noch zwei Gegentreffer.
Vor allem die britischen Medien gingen mit dem Schweizer Nationalspieler hart ins Gericht. Die "Sun" titelte mit dem Wortspiel "Are you for Breel?", angelehnt an den englischen Ausdruck "Are you for real?". Die "Daily Mail" bezeichnete Embolos Einlage schlicht als "peinlich". Auch Deutschlands größte Boulevardzeitung fand klare Worte. Die "Bild" sprach vom "dümmsten Platzverweis der WM". Die TV-Bilder würden eindeutig zeigen, "dass sich Embolo komplett ohne Berührung des Gegners fallen gelassen hat".
Etwas mehr Verständnis zeigte die französische "L'Équipe". Dort wurde der Platzverweis als "grausame Strafe für Embolo" bezeichnet, die die Schweizer Mannschaft fassungslos zurückgelassen habe. Auch Spaniens Sportzeitung "As" sprach von einem "kuriosen VAR-Entscheid", der Argentinien einen großen Gefallen getan habe.
Trotz aller Kritik würdigten mehrere Medien aber auch den kämpferischen Auftritt der Eidgenossen. Die Schweizer stemmten sich nach dem Platzverweis lange mutig gegen den amtierenden Weltmeister, mussten sich am Ende dem Titelverteidiger aber dennoch mit 1:3 geschlagen geben.