Tierischer Durchbruch

Neue Studie macht Hühner vielleicht bald viel gesünder

Britische Forscher entdeckten einen natürlichen Weg, das Immunsystem von Hühnern zu stärken. Die Methode könnte Antibiotika ersetzen.
Heute Tierisch
21.08.2026, 08:34
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Forscher der University of Bristol haben eine vielversprechende Entdeckung gemacht: Eine natürliche Substanz aus dem Darm kann das Immunsystem von Hühnern so umprogrammieren, dass es Bakterien besser abwehrt. Der Stoff heißt Natriumbutyrat und wird von Darmbakterien produziert.

Das Team um Prof. Shahriar Behboudi behandelte Immunzellen von Hühnern mit der Substanz. Das Ergebnis war beeindruckend: Die so geprägten Zellen konnten verschiedene gefährliche Bakterien wie E. coli, Salmonellen und Staphylokokken deutlich besser abtöten. Diese Umprogrammierung funktioniert allerdings nur in einer frühen Entwicklungsphase der Immunzellen. Bei bereits ausgereiften Zellen zeigte die Behandlung keine Wirkung. Der Zeitpunkt des Einsatzes wäre also entscheidend.

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Hoffnung im Kampf gegen Resistenzen

Das Besondere an dieser Methode: Anders als andere Immunverstärker löst Natriumbutyrat keine starken Entzündungsreaktionen aus. Die Substanz verstärkt stattdessen die Bildung von reaktiven Sauerstoffverbindungen, mit denen Immunzellen Erreger schädigen.

„Die zunehmende Ausbreitung von Krankheiten unter Hühnern ist sehr besorgniserregend“
Dr. James AdamsUniversity of Surrey

Bakterielle Infektionen verursachen laut ihm erhebliche Probleme für Tiergesundheit und Tierwohl und führen zu wirtschaftlichen Verlusten.

Noch ein langer Weg bis zur Praxis

Bisher wurde die Methode nur an isolierten Hühnerzellen getestet. Ob Natriumbutyrat auch bei lebenden Hühnern Infektionen verhindert und den Antibiotika-Bedarf tatsächlich senkt, muss erst noch erforscht werden. Angesichts zunehmender Antibiotikaresistenzen in der Lebensmittelproduktion suchen Experten allerdings weltweit nach Alternativen. Europaweit wurden bereits mehr als 70 Prozent der bekannten Resistenzgene entlang der Produktionskette nachgewiesen. Die neue Forschung könnte langfristig ein wichtiger Baustein sein.

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