Im Straßenverkehr

E-Mopeds müssen auf Straße – Lieferando sieht Gefahr

Ab 1. Oktober dürfen bestimmte E-Mopeds nicht mehr auf Radwegen fahren. In der Zusteller-Branche zeichnet sich ein Umstieg auf E-Bikes ab.
Wien Heute
09.09.2026, 18:58
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Für zahlreiche Essenszusteller in Wien beginnt am 1. Oktober eine neue Ära. Mit den neuen gesetzlichen Bestimmungen werden sogenannte E-Mopeds nicht mehr wie Fahrräder behandelt, sondern als Kraftfahrzeuge. Damit fliegen sie von den Radwegen und müssen künftig auf der Fahrbahn unterwegs sein.

Das dürfte auch das Straßenbild bei den Lieferdiensten verändern. Erst kürzlich hatte Foodora angekündigt, künftig ganz auf Fahrräder und E-Bikes setzen zu wollen – "Heute" berichtete. Nun hat auch Lieferando gegenüber "Heute" erklärt, wie das Unternehmen mit der Umstellung umgehen will.

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Branche steigt auf E-Bikes um

Bei Lieferando fällt die Umstellung weniger drastisch aus. Die eigenen Lieferservices seien bereits jetzt auf Fahrräder fokussiert, zunehmend würden E-Bikes verwendet. E-Roller mit Sitz würden vom Unternehmen weder zur Verfügung gestellt noch aktiv unterstützt oder gefördert, heißt es von der PR-Agentur des Unternehmens.

Für die gesamte Branche erwartet Lieferando allerdings Veränderungen. Speziell in städtischen Liefergebieten sei ab Oktober mit einem verstärkten Umstieg auf E-Bikes zu rechnen. Ein Grund dafür seien die Zufahrts- und Parkmöglichkeiten in den Städten.

Lieferando warnt vor neuem Problem

Lieferando führt deshalb derzeit unter anderem Gespräche mit E-Bike-Leasinganbietern, um Fahrern bessere Konditionen anbieten zu können. Zusätzlich ist ein Schulungsangebot geplant, das die Verkehrssicherheit fördern soll.

Grundsätzlich begrüßt das Unternehmen das Verbot der E-Mopeds auf Radwegen. "Safety first. Pizza second", lautet die Devise. Gleichzeitig wird vor möglichen Folgen der neuen Regelung gewarnt: "Eine Verschiebung dieser Verkehrsteilnehmer:innen auf Hauptverkehrsstraßen könnte jedoch dazu beitragen, Unfallrisiken und die Frustration anderer Verkehrsteilnehmer:innen zu erhöhen", heißt es.

Forderung nach Ausweitung der Helmpflicht

Lieferando fordert deshalb weitergehende Maßnahmen und spricht sich unter anderem für eine Ausweitung der allgemeinen Helmpflicht, geringere Geschwindigkeiten im städtischen Bereich und einen weiteren Ausbau der Radinfrastruktur aus.

Zudem wird auf eine Besonderheit des Geschäftsmodells hingewiesen: Die Mehrheit der über die Plattform aufgegebenen Bestellungen werde von den Gastronomiebetrieben selbst ausgeliefert und nicht über das Lieferando-Liefernetzwerk.

Foodora verzichtet ganz auf E-Mopeds

Viele jener Fahrer, die derzeit mit E-Mopeds unterwegs sind, seien somit direkte Partner der jeweiligen Gastronomiebetriebe. Wie stark die Gesetzesänderung einzelne Lieferando-Bestellungen betrifft, hängt daher auch davon ab, wie diese Restaurants ihre Zustellung künftig organisieren.

Foodora geht noch einen Schritt weiter und will E-Mopeds künftig komplett aus dem eigenen Liefermodell verbannen. Das Unternehmen kündigte an, vollständig auf Fahrräder und E-Bikes umzusteigen und betroffene Fahrer beim Wechsel zu unterstützen.

Rund 5.000 E-Mopeds betroffen

Bis 2027 seien dafür "Investitionen im siebenstelligen Bereich" geplant. Bereits über den Sommer habe Foodora Informationsveranstaltungen für die Fahrer abgehalten. Für Kunden und Geschäftspartner soll der Wechsel laut Unternehmen keine spürbaren Auswirkungen haben.

Der Hintergrund ist vor allem in Wien brisant. Laut einem Bericht des "Standard" könnten allein in der Bundeshauptstadt rund 5.000 E-Mopeds der Klasse L1e-B von der Umstellung betroffen sein. Dazu gehören rein elektrisch angetriebene Zweiräder ohne Pedalantrieb sowie bestimmte Modelle mit Pedalen, bei denen der Elektromotor über einen Gasgriff oder Gashebel auch ohne Treten aktiviert werden kann.

Kennzeichen-Pflicht und "Pickerl"

Für die Lenker kommen zusätzliche Pflichten hinzu: Die Fahrzeuge müssen zugelassen beziehungsweise genehmigt und versichert sein, benötigen ein Kennzeichen und ein "Pickerl". Außerdem sind ein entsprechender Führerschein – mindestens Klasse AM – und ein Helm vorgeschrieben.

red,09.09.2026, 18:58