Pistolen, Revolver und halbautomatische Waffen: Bei ihrem Coup in Freistadt schnappten sich vier Männer am Montag ein riesiges Arsenal. Was sie damit vorhatten, können die Ermittler derzeit nur vermuten. Wie berichtet, drangen die Täter am Montag gegen 4.45 Uhr in ein Waffengeschäft ein.
Sie knackten die Eingangstür, schlugen Glasvitrinen ein und verstauten die Beute in mitgebrachten Taschen. Dann flüchteten sie in einem schwarzen Porsche, den sie davor in Bayern gestohlen hatten. Weil eine Tür des Wagens offen stand, fielen rund 80 Waffen auf die Straße.
Der stark beschädigte Porsche wurde später in Bad Leonfelden (Bez. Urfahr-Umgebung) gefunden. Im Fahrzeug lagen weitere Schusswaffen und Tatwerkzeuge. Über 200 Waffen wurden mittlerweile von der Exekutive sichergestellt.
Was das Quartett mit Hunderten Gewehren und Pistolen vorhatte? Christian Schmidseder vom Landeskriminalamt OÖ stellt gegenüber "Heute" klar: "Wir wissen es noch nicht." Eine Vermutung der Ermittler: Die Waffen könnten für den Eigengebrauch gedacht gewesen sein. Auffällig sei nämlich der "sorglose Umgang" mit den Waffen gewesen.
Die Täter achteten offenbar nicht auf Kratzer, das könne gegen einen geplanten Verkauf sprechen: "Gefühlsmäßig passe ich mehr auf, wenn ich es weiterverkaufen will", so Schmidseder. Bisher seien das aber nur mögliche Theorien. Auch zum Fluchtauto – einem schwarzen Porsche – gibt es neue Details: Er wurde in Bayern samt Schlüssel aus einer Werkstatt gestohlen.
Der Wagen wurde später mit weiteren Waffen und Tatwerkzeug in Bad Leonfelden gefunden. Der Besitzer wisse mittlerweile Bescheid, man arbeite eng mit den Kollegen in Deutschland zusammen, so Schmidseder. Wann oder wie das Fahrzeug gestohlen wurde ist noch unklar.
Fix ist: Den Tätern gelang die Flucht. Laut Schmidseder habe man "viele Spuren" gesichert, die Auswertung könnte aber noch dauern. Die Ermittler prüften außerdem mögliche Verbindungen zu ähnlichen Fällen in der Schweiz und in Vorarlberg.